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	<title>Psychologische Hilfe vor und nach der Geburt</title>
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	<description>Inga Erchova, Dipl.-Psychologin</description>
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		<title>Für Fachleute.</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Apr 2011 18:19:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Inga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenbett]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstreflexion im Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Supervision für Hebammen]]></category>
		<category><![CDATA[Supervision für Psychologen]]></category>

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		<description><![CDATA[Uns Psychologen passiert das Gleiche, wie den Menschen, die bei uns Hilfe suchen – wir verdrängen ins Unbewusste die Kleinkriege unseres Egos, die dunklen Seiten unserer Seele. Wir haben Angst vor Offenbarung, nicht nur vor unserem Gegenüber sondern auch vor uns selbst. Dafür gibt uns unser Beruf eine bequeme Position – er richtet die Aufmerksamkeit auf die Probleme des anderen, nicht unsere eigenen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Uns Psychologen passiert das Gleiche, wie den Menschen, die bei uns Hilfe suchen – wir verdrängen ins Unbewusste die Kleinkriege unseres Egos, die dunklen Seiten unserer Seele. Wir haben Angst vor Offenbarung, nicht nur vor unserem Gegenüber sondern auch vor uns selbst. Dafür gibt uns unser Beruf eine bequeme Position – er richtet die Aufmerksamkeit auf die Probleme des anderen, nicht unsere eigenen.</p>
<p>Die „professionelle“ Einstellung wird als das Zurückhalten vom Privaten aus der Beziehung mit dem Klienten verstanden und drückt sich oft in einer unterkühlten Distanz aus. Die vermeintliche Professionalität wird zu einer Maske, hinter der wir uns verstecken, zur Markierung von Distanz.</p>
<p>Wir hören nicht wirklich zu, sondern warten nur auf Stichwörter, um prompt mit unserem Fachwissen zu glänzen. Das Wissen hilft dann nicht dem Patienten, sondern poliert nur unser Ego auf. Es fühlt sich gut an, Ratschläge zu geben. Wir fühlen uns wichtig und kompetent.</p>
<p>Wir vergessen, dass wir ganz und gar nicht frei indem sind, wie wir die Erzählungen unseres Gegenübers interpretieren, was wir davon überhören und welchen Episoden wir besondere Aufmerksamkeit schenken. Unsere persönliche Linse, durch die wir alles wahrnehmen führt die Regie. Auch unsere „professionelle“ Wahrnehmung ist in Wirklichkeit nur ein Ausschnitt der Realität, nur eine Perspektive – unsere subjektive Sichtweise.</p>
<p>In der Arbeit mit Wöchnerinnen treffen wir auf junge Mütter im Zustand der seelischen Fragilität. Die Geburt reißt nicht nur an ihrem Körper, sie produziert auch in der Seele Risse und Verletzungen, besonders nach einer traumatischen Erfahrung. Aber auch wenn vordergründig alles gut verläuft, ist das Wochenbett die Zeit der Begegnung mit seelischen Untiefen. Der Schatten erwacht und breitet sich ungebremst aus. Unsere Aufgabe besteht darin, Frauen liebevoll, unterstützend und behutsam an ihren Schatten heranzuführen, ihn zusammen anzuschauen und Stück für Stück annehmen zu lassen.</p>
<p>Dies trauen sie sich nur in der Situation kompletten Vertrauens, wenn anstelle von professioneller Belehrung eine menschliche Begegnung stattfindet. Fragen, die zu Reflektion verleiten bewegen mehr als in Beton gegossene Statements. Frauen können sich öffnen, schöpfen Mut, einen schwierigen Weg anzugehen. Wir können sie auf diesem Weg nur ein Stück begleiten und ziehen uns dann mit Respekt und Bescheidenheit zurück.</p>
<p>Das gelingt uns, wenn wir nie aufhören, unseren eigenen Schatten zu erforschen, immer und immer wieder. Wenn wir glauben, es gibt nichts mehr, was wir über uns selbst dazu lernen können, weil wir eine Selbstanalyse in der Therapieausbildung abgeschlossen haben, oder weil wir zur Supervision gehen oder regelmäßig Yoga praktizieren, dann nutzen wir diese nur als Refugium, d. h. als eine Art Selbstberuhigung, um uns mit dem Thema nicht zu befassen. Wenn wir uns selbst nicht mehr anschauen, dann benutzen wir den Raum mit dem Anderen dazu, eigene seelische Baustellen zu behandeln.</p>
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		<title>In Vorfreude auf die Geburt.</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Dec 2010 21:54:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Inga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geburt]]></category>
		<category><![CDATA[Angst vor der Geburt]]></category>
		<category><![CDATA[Hausgeburt]]></category>
		<category><![CDATA[selbstbestimmte Geburt]]></category>

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		<description><![CDATA[<img align="left" hspace="5" width="90" src="http://www.mutterinstinkt.net/wp-content/uploads/2010/12/bauch+nikita-croped-400x373.jpg" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="bauch" title="bauch" />Ich bin mit meinem zweiten Kind schwanger und erwarte es in einigen Wochen! Nur noch die Feiertage trennen mich vom großen Ereignis – die Geburt. Meine erste Tochter habe ich in Barcelona zur Welt gebracht. Oft denke ich an diese Erfahrung zurück und daran, welche Spuren sie hinterlassen hat - für mich, für meine Tochter, für unsere Beziehung und für unsere kleine Familie. Es war eine klassische „Krankenhaus-Geburt“ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin mit meinem zweiten Kind schwanger und erwarte es in einigen Wochen! Nur noch die Feiertage trennen mich vom großen Ereignis – die Geburt. Meine erste Tochter habe ich in Barcelona zur Welt gebracht. Oft denke ich an diese Erfahrung zurück und daran, welche Spuren sie hinterlassen hat &#8211; für mich, für meine Tochter, für unsere Beziehung und für unsere kleine Familie. Es war eine klassische „Krankenhaus-Geburt“ – in der Rückenlage, angeschlossen an den Tropf, betäubt und leise. Auch wenn alles unspektakulär und problemlos verlief, blieb ein verfälschtes Gefühl zurück, der Eindruck, etwas verpasst oder verschenkt zu haben. War das der Schmerz, die Selbstbestimmung, das Gefühl, es aus eigener Kraft geschafft zu haben?</p>
<p>Wir Frauen weigern uns es einzusehen, doch die Geburt, die wir hatten, erzählt immer etwas über uns selbst. Das ist die ehrlichste Situation, die man nur haben kann. Alle Masken fallen, unsere Vorstellungen darüber, wer wir sind (schmerztolerant, sportlich und gesund, bereit, jede Situation zu meistern etc.) verlieren plötzlich an Bedeutung. Es bleibt nur der schmerzende Körper und die nackte Seele, oft ganz anders, als wir sie zu kennen glaubten. Es geht nicht darum, es geschafft oder nicht geschafft zu haben, sondern das anzunehmen, was sowieso uns gehört – unsere Erfahrung des Gebärens. Nichts kann darüber hinwegtäuschen, es ist wie es ist und bleibt vielleicht das wichtigste Ereignis im Leben einer Frau.</p>
<p>Diesmal soll es eine Hausgeburt werden. Nun kommen die Fragen von Freunden und Verwandten: Gibt es einen Plan B oder ein Krankenhaus in der Nähe? Der Wunsch nach Kontrolle und Absicherung ist groß. Nur geht es bei der Geburt gerade darum, die Kontrolle zu verlieren, die Grenzen aufzulösen, sich zu öffnen und los zu lassen, weil die Geburt keine sportliche Leistung sondern seelische Offenbarung ist.</p>
<p>Es sind fast vier Jahre seit meiner ersten Geburt vergangen. Ob ich in meiner Selbstsuche und Selbsterkenntnis weiter gekommen bin, wird mir meine neue Geburt zeigen.  Die Gelegenheit hat man nicht alle Jahre lang und ich freue mich auf die neue Begegnung mit mir selbst. Ich freue mich auch darauf, diesmal es selbst in der Hand zu haben, mir die Zeit zu nehmen, den Schmerz bis zum Schluss zu spüren und ihn als Geschenk zu sehen, weil er mich schützt, weil er mich führt, weil er mich die Kontrolle aufgeben lässt, weil er mich zum reißen bringt, sowohl körperlich als auch seelisch. Ich freue mich darauf, die Geburt in aller ihren Fülle erleben zu dürfen, mich ihr hinzugeben, es mit mir passieren zu lassen und zu erfahren, wer ich denn nun geworden bin.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-445" title="bauch" src="http://www.mutterinstinkt.net/wp-content/uploads/2010/12/bauch+nikita-croped-400x373.jpg" alt="bauch" width="400" height="373" /></p>
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		<title>Über die Rolle des Vaters.</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 11:10:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Inga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Väter]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenbett]]></category>
		<category><![CDATA[Rolle des Vaters nach der Geburt]]></category>
		<category><![CDATA[Väter in der Elternzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenbett für Väter]]></category>

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		<description><![CDATA[<img align="left" hspace="5" width="90" height="90" src="http://www.mutterinstinkt.net/wp-content/uploads/2010/07/illu-150x150.jpg" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="Rollenverteilung im Wochenbett" title="Rollenverteilung im Wochenbett" />In meiner Nachbarschaft habe ich vor einiger Zeit jeden Tag auf meinem Weg zur Arbeit einen Mann gesehen, der mit einem Baby im Kinderwagen durch die Straßen zog, bei jedem Wetter zur gleichen Uhrzeit. Manchmal kam aus dem Kinderwagen verzweifeltes Schreien des Babys, worauf der Vater mit einem noch zügigeren Schritt und ernsterem Gesichtsausdruck reagierte. Manchmal saß er draußen im Cafe und hat dem Baby Fläschchen gegeben. Sein Gesichtsausdruck sagte „Was mache ich hier eigentlich?“. Ich spekuliere, das war ein Vater in der Elternzeit bald nach der Geburt seines Babys. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In meiner Nachbarschaft habe ich vor einiger Zeit jeden Tag auf meinem Weg zur Arbeit einen Mann gesehen, der mit einem Baby im Kinderwagen durch die Straßen zog, bei jedem Wetter zur gleichen Uhrzeit. Manchmal kam aus dem Kinderwagen verzweifeltes Schreien des Babys, worauf der Vater mit einem noch zügigeren Schritt und ernsterem Gesichtsausdruck reagierte. Manchmal saß er draußen im Cafe und hat dem Baby Fläschchen gegeben. Sein Gesichtsausdruck sagte „Was mache ich hier eigentlich?“. Ich spekuliere, das war ein Vater in der Elternzeit bald nach der Geburt seines Babys.</p>
<p>Ich höre die protestierenden Stimmen der Leser, die behaupten, dass der Vater für das Baby doch mindestens genau so gut sei wie die Mutter und dass es doch keinen Unterschied mache, solange sich jemand um das Baby kümmert. In einer modernen Familie sind die Aufgaben sowieso gleich verteilt. Es wäre sexistisch oder gendozentrisch zu behaupten, dass der Vater nicht gut genug für den Säugling wäre.</p>
<p>Im Kampf um die vermeintliche Gleichberechtigung vergessen wir unsere spezifischen Rollen als Mann und Frau in Bezug auf den Nachwuchs. Jedem kommt seine besondere und wichtige Rolle zu, sie sind jedoch verschieden und nicht beliebig austauschbar. Daher geht es für den Mann nicht darum, die Frau zu ersetzen, sondern sie zu unterstützen.</p>
<p>Lassen Sie uns nicht vergessen, dass wir über die ersten Lebenswochen und -Monate des Babys sprechen. Später, wenn das Kind ein, zwei oder drei Jahre alt ist, sieht es schon wieder anders aus. Da bekommt der Vater seine wichtige Rolle als derjenige, der das Kind in die Außenwelt einführt, es von der Mutter gewisser Maßen wieder trennt und ihm zum Gewinnen der Autonomie verhilft.</p>
<p>In der ersten Zeit nach der Geburt hat er auch seine eigene ganz wichtige Rolle zu erfüllen. Er kann nichts Besseres für seine Familie tun, als die natürliche emotionale Bindung zwischen der Mutter und dem Baby zu unterstützen anstatt sie zu stören, wenn der Vater z.B. eifersüchtig wird, die Frau wieder für sich reklamiert oder wenn er versucht, mit der Mutter zu konkurrieren. Die Muttermilch ist nicht nur ein besseres Lebensmittel für das Baby, das man in der Mittagspause schnell abpumpen und von beliebigen Menschen in der Flasche verabreichen kann. Das Stillen ist auch die Berührung, der vertraute Geruch der Haut der Mutter, der Klang ihrer Stimme, der Anblick, das Wort, der Schlag ihres Herzens. Fast wie im Mutterleib bleibt das Baby mit der Mutter körperlich verbunden – diesmal nicht durch die Nabelschnur, sondern durch die Brust. Die Verbindung ist aber nicht nur körperlich. Auch seelisch sind die Mutter und das Baby in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt ein Ganzes. Das Baby erlebt die Emotionen der Mutter wie seine eigenen. Ihre Abwesenheit kann zu dauerhaften seelischen Schäden führen.</p>
<p>Daher ist die Aufgabe des Vaters, die Mutter in das Universum Wochenbett abtauchen zu lassen – wie einen Tieftaucher, der auf die Schatzsuche in die tiefe See steigt. Dabei bleibt der Vater das Sicherheitszentrum, das dafür sorgt, dass der Taucher genug Sauerstoff bekommt, dass er die starke Rückendeckung spürt und dass seine Verbindung zur Außenwelt stabil bleibt. Erst dann kann sich der Taucher voll und ganz auf die Schätze des Meeres einlassen.</p>
<p>Der Mutter nicht nur praktische sondern vor allem emotionale Unterstützung zu geben scheint die größte Herausforderung für Väter zu sein. Er wickelt schon und putzt und die Frau bleibt unzufrieden.  Die Beziehung steht auf dem Prüfstand. Dabei will die Frau sich mit ihren Veränderungen und der Stimmungsachterbahn nach der Geburt einfach nur angenommen fühlen. Sie will keine Erwartungen spüren, ganz die alte sein zu müssen, sondern in ihrer Entwicklung verständnisvoll begleitet werden. Mit der einfachen Frage „Was kann ich für dich tun?“ kann man ihr wieder das Gefühl geben, dass man ihre Veränderungen wahrnimmt, und für sie da ist.</p>
<div id="attachment_426" class="wp-caption alignleft" style="width: 367px"><img class="size-medium wp-image-426" title="Rollenverteilung im Wochenbett" src="http://www.mutterinstinkt.net/wp-content/uploads/2010/07/illu-397x400.jpg" alt="Rollenverteilung im Wochenbett" width="357" height="360" /><p class="wp-caption-text">Illustration Quelle: Puerperios. L. Gutman</p></div>
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		<title>Der Abschied von der guten Mutter.</title>
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		<pubDate>Wed, 05 May 2010 08:22:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Inga</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit der (übermäßig) guten Mutter ist hier ein idealisiertes Bild gemeint, das einige von uns von ihrer eigenen Mutter in sich tragen. Es wird mit Aussagen beschrieben wie „Meine Mutter ist meine beste Freundin“,  „Meine Mutter war immer für mich da, wenn ich sie gebraucht habe“, „Ich habe nur gute Erinnerungen an meine Mutter, nichts [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der (übermäßig) guten Mutter ist hier ein idealisiertes Bild gemeint, das einige von uns von ihrer eigenen Mutter in sich tragen. Es wird mit Aussagen beschrieben wie „Meine Mutter ist meine beste Freundin“,  „Meine Mutter war immer für mich da, wenn ich sie gebraucht habe“, „Ich habe nur gute Erinnerungen an meine Mutter, nichts Negatives kommt mir in den Sinn“.</p>
<p>Um eins klar zu stellen –  die ideale Mutter gibt es nicht. So ein idealisiertes und undifferenziertes Bild der eigenen Mutter ist wie ein geistiger Zufluchtsort, in dem wir uns wohl und geborgen fühlen. Wir brauchen uns nicht mit eigenen, vielleicht schmerzvollen Erfahrungen auseinander zu setzen, denn dazu besteht offenbar kein Grund. Wir schützen unsere Mutter und damit schützen wir uns selbst vor eventuellen Schäden, die wir aus der Kindheit hätten mitbringen können.</p>
<p>Dieses Bild ist so hartnäckig wie Unkraut, das immer wieder aus der Erde spießt. Dabei bremst das Bild der idealen Mutter unsere persönliche Entwicklung und die seelische Reifung. Nur in der frühen Kindheit ist das uneingeschränkte Vertrauen in die Mutter und ihre Liebe notwendig, um ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln. Spätestens in der Pubertät machen wir Erfahrungen und gewinnen Einsichten, die unser Bild von der Mutter differenzierter und facettenreicher macht. Nicht alles, was von ihr kommt, schmekt nach süßer Muttermilch. Wenn die Wölfin ihre Babys stillt, ist es ein Meer der Wonne, das die Außenwelt weit hinter sich lässt. Wenn sie ihren Sprösslingen das Jagen beibringt, zeigt sie ihre Zähne und spornt sie zu aggressivem Verhalten an.</p>
<p>Die Frauen, die im Erwachsenenalter noch ein idealisiertes Bild von ihrer Mutter haben, sind häufig ängstlich und infantil. Sie haben Angst, sich offen zu äußern, mit ihrer Meinung anzuecken. Oft haben sie überhaupt keine eigene Meinung. Sie verschenken ihre Talente und machen sich klein.  Die Vorstellungen von der idealen Mutter sind wie Milchzähne, die uns eines Tages ausgedient haben. Sie fallen aus, um den Platz für eine neue Entwicklung frei zu machen.</p>
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		<title>Verfälschte Erinnerungen.</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 22:06:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Inga</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn wir über unsere Kindheit erzählen, so beschreiben wir uns meistens mit Worten, die – wenn wir genau hinschauen – nicht unsere sind. „Ich war ein pflegeleichtes Kind“ – für wen pflegeleicht? Ich war ein Sorgenkind“  &#8211; wer hat sich Sorgen gemacht? Kinder lernen aus den Aussagen der Eltern darüber, wer sie sind, ohne es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn wir über unsere Kindheit erzählen, so beschreiben wir uns meistens mit Worten, die – wenn wir genau hinschauen – nicht unsere sind. „Ich war ein pflegeleichtes Kind“ – für wen pflegeleicht? Ich war ein Sorgenkind“  &#8211; wer hat sich Sorgen gemacht? Kinder lernen aus den Aussagen der Eltern darüber, wer sie sind, ohne es zu hinterfragen. Das, was unsere Mutter über uns erzählt hat, wird schnell zum Teil unserer Identität. Wir glauben später, dass es die einzige Wahrheit ist. Besonders die Ausführungen, die die Mutter selbst betreffen, lassen uns keinen Raum für Zweifel: „Ich habe meinen Beruf für euch aufgegeben und meine Karriere geopfert.“ „Meine Kinder sind für mich das Wichtigste im Leben. Für euch tue ich alles“. Dabei bleibt das die Perspektive der Mutter und nicht unsere eigene.</p>
<p>Die Eltern haben uns ihre Gefühle mitgeteilt und dabei unsere eigenen übertüncht. Ein pflegeleichtes Kind kann z.B. bedeuten, dass das Kind unter Druck gesetzt wurde, seine Mutter stets zufrieden zu stellen, sie in Ruhe zu lassen, und seine eigenen Bedürfnisse zu unterdrücken. Ein Sorgenkind kann bedeuten, dass die einzige Möglichkeit für das Kind, die Aufmerksamkeit der Mutter zu bekommen, war krank zu werden oder sich zu verletzen. Viele Jahre später wissen wir es nicht mehr. Wir gehen durch das Leben verkleidet in die Identität, die uns aufgesetzt wurde.  Nur der Schmerz, den wir damals empfunden haben, ist nicht verschwunden. Er wurde verdrängt. Er lebt in unserem Unbewusstsein weiter und zeigt sich an unerwarteten Stelle z.B. bei Überempfindlichkeit gegenüber manchen Themen, bei unerklärlicher Traurigkeit, oder wenn wir „nah am Wasser gebaut sind“.  Ganz deutlich kommt dieser Schmerz zum Ausdruck im Wochenbett.  Die Geburt und das Wochenbett öffnen unsere Seele und lassen das Unbewusste sich ungebremst ausbreiten. Wir wissen nicht, warum es uns auf ein mal so schlecht geht, denn unsere Kindheit war ja, wie wir glauben wunderschön.</p>
<p>Nun, wie können wir heute damit umgehen? 1. Trauen wir uns, selbstständig zu denken und unsere wahre Gefühle zu entdecken. Die Wahrheit mag nicht immer schön sein, aber sie fühlt sich echt an und wir verstehen besser, wer wir sind. 2. Achten wir ganz besonders darauf, was wir unseren Kindern über sie erzählen.</p>
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		<title>Die Wurzeln der Sucht.</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Feb 2010 11:59:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Inga</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Suchtprävention]]></category>

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		<description><![CDATA[<img align="left" hspace="5" width="90" height="90" src="http://www.mutterinstinkt.net/wp-content/uploads/2010/02/giantbubble1-150x150.jpg" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="giantbubble1" title="giantbubble1" />Vielleicht erscheint es für einige von uns entlastend, für andere – erschreckend – zu wissen, dass eine Sucht – egal nach welcher Substanz  oder Gefühl – nicht erst im Erwachsenenalter entsteht. Sie etabliert sich während der frühen Hilflosigkeit, das heißt in der Zeit als wir noch keine Fähigkeiten besaßen, über unser Leben selbst zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht erscheint es für einige von uns entlastend, für andere – erschreckend – zu wissen, dass eine Sucht – egal nach welcher Substanz  oder Gefühl – nicht erst im Erwachsenenalter entsteht. Sie etabliert sich während der frühen Hilflosigkeit, das heißt in der Zeit als wir noch keine Fähigkeiten besaßen, über unser Leben selbst zu bestimmen und darauf angewiesen waren, was unsere Mutter oder die Ersatzperson mit uns macht. Genau so, wie wir früher in der „Gewalt“ der anderen Person waren, befinden wir uns heute in der Gewalt von Alkohol, Nikotin oder Adrenalin und können selbst nicht über uns bestimmen. Wir bleiben, ohne es zu wissen, gefangen vom unbefriedigten Grundbedürfnis nach Nähe und Geborgenheit.</p>
<p>Das tragische ist, dass egal wie viel von der Rauschsubstanz wir zu uns nehmen, werden wir das zugrunde liegende Problem – die Abwesenheit der Mutter – nicht lösen können, es bleibt eine alte Geschichte. Deswegen kann man eine Sucht nicht mit Abstinenz oder Kontrolle besiegen. Das macht die Sache nur noch schlimmer – nicht nur die Mutter wird uns verwehrt, sondern auch noch die Ersatzbefriedigung.</p>
<p>Der Weg aus der Sucht kann nur folgen über die Suche nach der persönlichen Wahrheit und durch das Verstehen, warum es uns in Wirklichkeit geht, wenn wir so verzweifelt zum Stoff greifen. In dem Moment sind wir so beschäftig mit unserer eigenen Hilflosigkeit, dass wir nicht in der Lage sind, Bedürfnisse anderer wahrzunehmen. In dieser Hinsicht sind süchtige Menschen egoistisch, weil sie ihre Bedürfnisse über die der anderen Menschen stellen, vielleicht sogar ihrer eigenen Kinder. Wenn wir aufhören, die Geister der Vergangenheit zu jagen, nach Mama zu rufen und anerkennen, dass wir heute keine hilfslosen Kinder mehr sind und über mehr Ressourcen verfügen als damals, wenn wir die Augen für Wünsche der anderen öffnen, werden wir jede Sucht überwunden haben.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-386" title="giantbubble1" src="http://www.mutterinstinkt.net/wp-content/uploads/2010/02/giantbubble1-400x186.jpg" alt="giantbubble1" width="400" height="186" /></p>
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		<title>Kinder-Tyrannen.</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 13:44:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Inga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Mutter-Kind-Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag mit Kindern]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder-Tyrannen]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation mit Kindern]]></category>
		<category><![CDATA[starke Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Tyrannen]]></category>

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		<description><![CDATA[Unsere Kinder werden zu Tyrannen, wenn wir Eltern nicht in der Lage sind, unsere eigene Bedürfnisse zu erkennen und dem Kind in der Ich-Form zu kommunizieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>und die Bedeutung der Kommunikation.</p>
<p>Der Alltag mit Kindern ist oft weit davon entfernt so zu sein, wie wir uns das harmonische Zusammenleben von Eltern und ihrem Nachwuchs einmal erträumt haben. Viele einfache Alltagssituationen – wie Sich Anziehen, Essen oder Ins-Bett-gehen – werden zu einem scheinbar unlösbaren Kampf der Wünsche: Eltern möchten pünktlich zum Kindergarten und dann zur Arbeit kommen, Kinder wollen endlos herum trödeln. Eltern wollen ein gemeinsames Familienessen am Tisch genießen, Kinder wollen das Spielen für das Essen nicht unterbrechen. Eltern wollen ein paar Stunden abends für sich haben, Kinder machen aus dem Ins-Bett-geh-Ritual einen Marathon, usw.</p>
<p>Dieses Dilemma trifft auf verschiedene Umgangsformen der Eltern, wie z.B.:<br />
<strong>1. Nein heißt nein!</strong> Eltern machen deutlich, wer der Herr im Haus ist, nehmen dem Kind jegliches Recht darauf, Kind zu sein, missachten seine Bedürfnisse und setzen sich durch. Das fällt ihnen leicht, denn ein Erwachsener ist in seinen Kräften einem Kind weit überlegen. Das passiert natürlich unter der Prämisse, das „pädagogisch Sinnvolle“ zu tun, denn sie wissen besser, was das Kind wirklich braucht – Grenzen, Regeln und „starke“ Eltern. Bald werden diese Kinder vergessen, was sie eigentlich wollten und zu Erwachsenen aufwachsen, die immer noch nicht wissen, was sie aus ihrem Leben machen sollen, denn sie haben nie eine Chance gehabt, es heraus zu finden.</p>
<p><strong>2. Man kann es dir nicht recht machen.</strong> Ein anderes Extrem ist, wenn unreife Eltern ihre eigenen Bedürfnisse nicht wahrnehmen und dem Kind in der Ich-Form kommunizieren können, weil sie sie für nicht wichtig halten oder aus einer oben beschriebenen Familie kommen. Kinder solcher Eltern lernen nicht, dass andere Menschen ebenfalls Bedürfnisse haben, denn sie wurden ihnen nie kommuniziert. Sie bekommen nur Pöbel oder Ausreden, wenn ihre Wünsche unerfüllbar sind, doch selten eine sinnvolle Erklärung, warum das so ist. Solche Kinder bitten nicht mehr, sondern sie fordern, fordern und fordern, und werden zu dem, was wir als Tyrannen bezeichnen. </p>
<p>Dabei kommt es im Alltag mit Kindern darauf an, ihre Bedürfnisse zu respektieren und die eigenen in der Ich-Form zu kommunizieren: <em>Ich</em> möchte heute gerne pünktlich zur Arbeit kommen, denn es ist mir wichtig, mit meinen Kollegen (anderen Mamas und Papas) zusammen anzufangen. <em>Ich</em> habe für dich etwas Leckeres gekocht und möchte es mit dir zusammen kosten. <em>Ich</em> habe heute einen anstrengenden Tag gehabt und möchte gerne noch etwas alleine ein Buch lesen, während du schon schläfst. Wenn wir dem Kind unsere echten Gefühle kommunizieren, helfen wir ihm, uns besser zu verstehen und vermitteln, dass wir es wert sind, ebenfalls beachtet zu werden.</p>
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		<title>Die unsichtbare Gewalt.</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Sep 2009 12:21:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Inga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Mutter-Kind-Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[emotionale Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[emotionale Vernachlässigung]]></category>
		<category><![CDATA[Geschwisterstreit]]></category>
		<category><![CDATA[Machtspiele]]></category>
		<category><![CDATA[Manipulation]]></category>
		<category><![CDATA[manipulative Persönlichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn wir über Gewalt sprechen, dann stellen wir uns meistens laute und brutale Szenen vor – mit Schlägen oder Schreien, weinenden Opfern oder Verletzten. So ein Bild lässt bei uns keinen Zweifel daran, wer der Täter und wer das Opfer ist und wessen Partei wir ergreifen wollen. Doch stellen wir uns ein anderes Bild vor.
Ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn wir über Gewalt sprechen, dann stellen wir uns meistens laute und brutale Szenen vor – mit Schlägen oder Schreien, weinenden Opfern oder Verletzten. So ein Bild lässt bei uns keinen Zweifel daran, wer der Täter und wer das Opfer ist und wessen Partei wir ergreifen wollen. Doch stellen wir uns ein anderes Bild vor.</p>
<p>Ein kleines Mädchen sucht die Zuneigung ihrer Mutter oder bittet ihre Eltern um etwas und bekommt es nicht. Eine Weile später ärgert sie ihren älteren Bruder mit etwas, wovon sie genau weiß, dass er sich aufregen würde, weil es ihm sehr wichtig ist. Sie lässt nicht nach. Es kommt zur Eskalation. Der Bruder wird handgreiflich und attackiert die kleine Schwester. Sie weint. Dann kommen die Eltern. Sie bekommt den Schutz und der Bruder – die Strafe. Doch das ist nicht alles. Was ist der Gewinn der ganzen Situation für das Mädchen? Jetzt, wenn sie noch weinend den Trost ihrer Eltern genießt, regiert sie die Welt. Sie hat die gesuchte Zuneigung der Mutter und kann ihre Eltern um alles bitten und sie bekommt es auch.</p>
<p>Es gibt Gewalt, die für das bloße Auge unsichtbar ist, sie ist schwer zu entdecken – das ist die emotionale Gewalt. Sie ist subtil, subversiv, versteckt, doch ist deswegen nicht weniger schmerzhaft. Emotionale Gewalt kann viele Formen annehmen, eine davon ist die oben beschriebene Manipulation.</p>
<p>Warum wird eine Person manipulativ? In einer Familie, in der die Eltern über wenig emotionale Disponibilität für ihre Kinder verfügen, weil sie mit eigenen seelischen Problemen beschäftigt sind und selbst als Kinder wenig Zuwendung erfahren haben, lernen die Kinder früh, alle Mittel einzusetzen, um den privilegierten Platz an der Seite der Mutter zu bekommen. Weil diese Kinder die Liebe und die Zuwendung nicht auf eine natürliche und selbstverständliche Art und Weise bekommen, müssen sie darum kämpfen. So lernen sie, die Gefühlswelt der Menschen in ihrer Umgebung akribisch aufzuspüren und zu kontrollieren, ihre Wünsche auszutricksen, um an die Mutter ran zu kommen. Und weil der Platz „unter der Sonne“ so knapp ist, lernen Kinder schnell, den anderen (Geschwistern) ihre Wünsche zu rauben oder sie so zu verändern, dass sie mit den eigenen gleich werden. </p>
<p>Später im erwachsenen Alter, setzen sie ihre Fähigkeiten dafür ein, um ganz nah an der Macht zu sein – da, wo Entscheidungen getroffen werden. Sie rauben weiterhin den anderen ihre Wünsche oder lassen sie sich selbst zugute kommen. Doch das fällt niemandem auf, denn sie sind wortgewandt, intelligent und höflich. Sie sind in der Lage, den anderen das Gefühl zu vermitteln, sie glücklich zu machen, während sie in Wirklichkeit für eigene Ziele zu benutzen. Doch ganz egal, wie mächtig oder reich sie werden, niemals werden sie das Gefühl erreichen, das Wichtigste für ihre Mutter zu sein, denn darum geht es uns in Wirklichkeit.</p>
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		<title>Geburt in einer maskulinen Welt.</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 2009 11:10:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Inga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Geburt]]></category>
		<category><![CDATA[Kaiserschnitt]]></category>
		<category><![CDATA[männliche Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Mutterschaft in Patriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[Patriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[Wunschkaiserschnitt]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir schenken den Ärzten das Vertrauen, das Beste für uns und das Baby zu tun, mehr als wir an uns selbst glauben - in unsere Kraft, ein Kind zur Welt zu bringen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir leben in einer maskulinen Welt.  Maskulin heißt nicht oder nicht nur, dass Männer die Politik, Wirtschaft oder Kultur dominieren. Es geht viel mehr um die Art und Weise zu denken, um Dinge, die wir für glaubwürdig oder seriös halten, um die Werte und Ansichten. Auch wir Frauen haben das männliche Denken angenommen, ohne es zu merken.</p>
<p>Wenn wir die Welt betrachten, dann merken wir, dass sie aus Polaritäten besteht:  der Tag und die Nacht, warm und kalt, aktiv oder passiv, männlich oder weiblich. Auch unsere seelische Realität ist polarisiert – wir haben eine rechte und eine linke Gehirnhälfte, bewusste und unbewusste Emotionen, Verstand und Intuition, etc. Leider schenken wir dem maskulinen (rationalen, geradlinigen, logischen) Denken viel mehr Gewicht und Bedeutung als dem Femininen (Intuitiven, Subtilen, Unbewussten und Irrationalen).</p>
<p>Unsere westliche Kultur ist eine Eroberungskultur – ohne Wachstum kann die Wirtschaft nicht funktionieren. Fortschritt, Wissenschaft, Entwicklung sind die Treiber der Kultur, angeheizt durch Adrenalin und Testosteron. Wir suchen nach Konkretem, Greifbarem, Messbarem und Sichtbarem. Selbst wenn wir über Psychologie oder Emotionen sprechen ist das Gehirn das Maß der Dinge. „Die Gestörten reagieren im Gehirn anders als die Gesunden“ – wir fühlen uns wohl mit so einer Aussage, ohne dass sie irgendeinen Sinn ergibt oder hilft, den Gegenstand besser zu verstehen.</p>
<p>Das hat natürlich  Auswirkungen darauf, wie wir  Kinder zur Welt bringen – zu 90 Prozent im Krankenhaus. Die Geburt wird in erster Linie als eine Gefahrsituation gesehen, die eine ärztliche Intervention benötigt. Wir werden anästhesiert, überwacht, in eine passive Position gebracht. Oft werden wir bevormundet oder eingeschüchtert. Doch wir schenken den Ärzten das Vertrauen, dass sie das Beste für uns und das Baby tun, mehr als wir an uns selbst glauben &#8211; an unsere Kraft, ein Kind zur Welt zu bringen. Wir lassen einen Kaiserschnitt durchführen aus Angst um das Baby, nicht wissend, dass es die Mortalitätswahrscheinlichkeit des Babys verdoppelt. Wir danken dem Arzt, dass er unser Leben gerettet hat und der modernen Medizin für diese Möglichkeiten.</p>
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		<title>Persönliches Wachstum durch die Mutterschaft.</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jul 2009 22:43:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Inga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geburt]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenbett]]></category>
		<category><![CDATA[Begegnung mit dem Schatten]]></category>
		<category><![CDATA[berufstätige Mütter]]></category>
		<category><![CDATA[Muttersein]]></category>
		<category><![CDATA[Stellenwert der Mutterschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[<img align="left" hspace="5" width="90" height="90" src="http://www.mutterinstinkt.net/wp-content/uploads/2009/07/Picture-3-150x150.png" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="" title="" />Vieler Frauen, die schwanger werden, sehen trotz aller Freude den herankommenden „Einschränkungen“ mit Bedauern entgegen. „Ich habe doch nicht dafür studiert und Karriere gemacht, um Mama zu sein. Ich werde versuchen, so schnell wie möglich wieder zu arbeiten.“ Oder „ich hoffe, ich verschwinde danach nicht komplett von der Bildfläche und verdumme nicht ganz durch die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vieler Frauen, die schwanger werden, sehen trotz aller Freude den herankommenden „Einschränkungen“ mit Bedauern entgegen. „Ich habe doch nicht dafür studiert und Karriere gemacht, um Mama zu sein. Ich werde versuchen, so schnell wie möglich wieder zu arbeiten.“ Oder „ich hoffe, ich verschwinde danach nicht komplett von der Bildfläche und verdumme nicht ganz durch die Zeit zuhause.“ Wir lassen die Außenwelt den größten Teil unserer Persönlichkeit ausmachen &#8211; die Arbeit, die Anerkennung, das Aussehen. Wir haben das Gefühl, durch die Mutterschaft unsere Persönlichkeit zu verlieren, ein Niemand zu werden, weil wir nicht gewohnt sind, in unserer Innenwelt zu leben.</p>
<p>Ich möchte nicht missverstanden werden. Ich bin dafür, dass Frauen ihren Berufen und Berufungen nachgehen, das tue ich auch und finde es wichtig.  Ich möchte nur nicht die Mutterschaft und die Zeit zuhause als etwas sehen, was uns Frauen aufhält, verlangsamt oder verunstaltet. Ganz im Gegenteil.</p>
<p>Die Geburt und die Zeit nach der Geburt, die ersten Schritte in der Beziehung zum eigenen Kind sind eine einzigartige Gelegenheit im Leben einer Frau, sich selbst wahrhaftig kennen zu lernen. Das sind Grenzerfahrungen, die von der Intensität, wenn man ihnen mit offenem Herzen und Augen begegnet, jede berufliche Herausforderung leicht in den Schatten stellen können. In dieser Zeit erweitert sich der Blickwinkel auf unseren Schatten – die unbewussten Seiten unserer Persönlichkeit. Der Schatten spiegelt sich in dem, wie wir die Geburt und die Zeit danach erleben, aber vor allem in der Beziehung mit unserem Kind.  Unsere Kinder halten uns den Spiegel vor. Es erscheint so schwer, Kinder groß zu ziehen, nicht weil man sie viel wickeln oder tragen muss, sondern weil sie uns mit unserem Schatten konfrontieren &#8211;  Seiten, die wir nicht mögen, die uns weh tun, die wir nicht als eigene anerkennen wollen. Es erfordert viel Mut und liebevolle Unterstützung, dem eigenen Schatten zu begegnen. Doch wenn wir das tun, integrieren wir neue Seiten von uns und werden kompletter. Alte Konflikte lösen sich, die Partnerschaft bekommt neue Impulse, viele Alltagssituationen werden nach ihrem wahrem Maß gemessen.</p>
<p>Deswegen sind die 1-2 Jahre nach der Geburt keine Zeit der Degradierung, sondern die Zeit des persönlichen Wachstums, wenn wir sie so nutzen. Wir verändern uns. Wie vorher sein zu wollen, würde bedeuten, nur mit einer Hälfte weiter laufen zu wollen. Danach sind wir anders – reifer, erwachsener, vollkommener.</p>
<p><img src="http://www.mutterinstinkt.net/wp-content/uploads/2009/07/Picture-3.png" alt="" title="" width="500" height="332" class="aligncenter size-middle wp-image-335" /></p>
<p>Bild Quelle: Flickr.</p>
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