Psychologische Hilfe vor und nach der Geburt

Inga Erchova, Dipl.-Psychologin

Für Fachleute.

Uns Psychologen passiert das Gleiche, wie den Menschen, die bei uns Hilfe suchen – wir verdrängen ins Unbewusste die Kleinkriege unseres Egos, die dunklen Seiten unserer Seele. Wir haben Angst vor Offenbarung, nicht nur vor unserem Gegenüber sondern auch vor uns selbst. Dafür gibt uns unser Beruf eine bequeme Position – er richtet die Aufmerksamkeit auf die Probleme des anderen, nicht unsere eigenen. [...]

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Über die Rolle des Vaters.

Rollenverteilung im Wochenbett

In meiner Nachbarschaft habe ich vor einiger Zeit jeden Tag auf meinem Weg zur Arbeit einen Mann gesehen, der mit einem Baby im Kinderwagen durch die Straßen zog, bei jedem Wetter zur gleichen Uhrzeit. Manchmal kam aus dem Kinderwagen verzweifeltes Schreien des Babys, worauf der Vater mit einem noch zügigeren Schritt und ernsterem Gesichtsausdruck reagierte. Manchmal saß er draußen im Cafe und hat dem Baby Fläschchen gegeben. Sein Gesichtsausdruck sagte „Was mache ich hier eigentlich?“. Ich spekuliere, das war ein Vater in der Elternzeit bald nach der Geburt seines Babys. [...]

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Verfälschte Erinnerungen.

Wenn wir über unsere Kindheit erzählen, so beschreiben wir uns meistens mit Worten, die – wenn wir genau hinschauen – nicht unsere sind. „Ich war ein pflegeleichtes Kind“ – für wen pflegeleicht? Ich war ein Sorgenkind“  – wer hat sich Sorgen gemacht? Kinder lernen aus den Aussagen der Eltern darüber, wer sie sind, ohne es [...]

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Persönliches Wachstum durch die Mutterschaft.

Vieler Frauen, die schwanger werden, sehen trotz aller Freude den herankommenden „Einschränkungen“ mit Bedauern entgegen. „Ich habe doch nicht dafür studiert und Karriere gemacht, um Mama zu sein. Ich werde versuchen, so schnell wie möglich wieder zu arbeiten.“ Oder „ich hoffe, ich verschwinde danach nicht komplett von der Bildfläche und verdumme nicht ganz durch die [...]

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Psychopharmaka im Wochenbett.

Wenn Frauen mit Wochenbettdepression konfrontiert sind und Hilfe suchen, bekommen sie oft Trost von der Freundin oder anderen Betroffenen im Internetforum mit den Worten: „Es ist normal. Uns ging es auch so, und es geht wieder vorbei.“ Das mag im ersten Moment entlasten, doch lässt die Frauen mit ihrem Problem alleine und ohne Lösung. Ein [...]

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Schön, erfolgreich, depressiv.

Mit der Wochenbettdepression verbinden wir oft ein Bild von sozial schwachen Familien, allein erziehenden Müttern, ungewollten Schwangerschaften oder schwachen, neurotischen Frauen. Einer erfolgreichen berufstätigen Frau, die ihr Leben fest im Griff hat, kann es, glauben wir, nicht passieren. Doch die Realität sieht anders aus.
Berufstätige Frauen, die einen Anspruch haben, auf der Karriereleiter viel zu erreichen, [...]

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Stillen wie die Löwin.

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Wenn wir vom Stillen sprechen, dann sprechen wir meistens über wie oft, wie lange, Positionen, Techniken oder Stellungen, doch selten über Liebe. Dabei wenn wir lieben, ist es uns völlig egal, wie oft und wie lange, oben oder unten. Wenn wir lieben, dann denken wir überhaupt nicht, sondern fühlen, uns einander nähern, fusionieren. Genau so [...]

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Erlaubnis zu lieben.

Bei einer Wohnungsbesichtigung in Kreuzberg treffe ich auf stillende Mutter. Ihr zufriedenes, 4 Monate altes Baby trinkt friedlich an der Brust. Während des ganzen Besuches meldet sich das Baby mit keinem Mucks. In der Wohnung herrscht angenehme Ruhe.
„Ach, sie sind Psychologin“, freut sich die junge Mutter, „ich habe da ein Problem. Mein Sohn wacht seit [...]

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Das Fremde in mir. Der Film.

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Der Film „Das Fremde in mir“ von Emily Atef lief letzte Woche in Berlin an. Bei der Vorstellung mit anschließender Diskussion über das Thema „Wochenbettdepression“ war das Publikum davon begeistert, dass das „Tabuthema“ in einem Film zum ersten Mal angesprochen worden war. Auch die Filmmacher zeigten sich stolz. Doch manchmal macht der erste Schritt klar, [...]

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