Psychologische Hilfe vor und nach der Geburt

Inga Erchova, Dipl.-Psychologin

Brauchen Kinder Grenzen oder Kommunikation?

Dezember25

Viele Familien stellen einen Weihnachtsbaum auf und machen bei den weihnachtlichen Feierlichkeiten „nur wegen der Kindern“ mit. Sie sollen ja ein schönes Weihnachtsfest erleben. Doch Kinder müssen bitte schön nicht den Schoko-Weihnachtsmann auspacken, der die Kommode schmückt, nicht die Geschenke unter dem Baum berühren, nicht mit den Glas-Kugeln spielen. (Warum sind sie überhaupt aus Glas?)

Das am häufigsten von Erwachsenen gesagte Wort in den Tagen ist „Nein“ – Nein, das darfst du nicht haben. Nein, nur angucken, nicht berühren. Nein, das ist nicht für Kinder, etc. Man glaubt, Erwachsene wähnen sich – gemessen an Lautstärke und Bestimmtheit, mit der sie das Unwort Nein sagen – in dem festen Glauben, dabei als gute Erzieher zu glänzen. Dabei erleben Kinder ein „Nein“ als eine arme und einfallslose Art, mit Dingen umzugehen. Sie wollen die Welt begreifen, wie sie sich anfühlt, schmeckt, funktioniert. Die Augen alleine vermitteln nicht das ganze Bild der Realität. Er reicht eben nicht nur zu gucken. Kinder wollen Möglichkeiten lernen, nicht Schranken.

Statt Nein kann man das Wort „Ah!“ benutzen, und es als kleine Gelegenheit nützen, die Welt ein Stückchen begreiflicher zu machen: Ah, du siehst da die goldene Weihnachtskugel? Guck mal, der Weihnachtsbaum ist voll davon. Soll ich eine abnehmen, und du kannst sie auf meiner Hand berühren? Ah, willst du Oma beim Kochen helfen? Schau mal, die Ente wird im heißen Backofen gar. Ich nehme dich auf den Arm, und du kannst durch das Glas schauen, wie der Vogel immer brauner wird. Etc, etc. So lernen Kinder über die Welt und werden von uns sanft vor Gefahren geschützt.

Hier ist ein Vorschlag für einen guten Vorsatz für das neue Jahr – statt „Nein“ öfter mal „Ah!“ sagen. Ihr werdet sehen, dass eure Kinder viel weniger Dinge tun werden, die sie nicht „sollen“ – weniger Bücher zerreißen, Teller schmeißen, Dinge brechen und insgesamt protestieren. Sie werden kooperativer und besser gelaunt, weil sie sich ernst genommen fühlen und ihre Neugier befriedigen. Berichtet, wie das klappt.

2006-12-18_pekip-portraets_054_blog

posted under Erziehung, Kinder
2 Comments to

“Brauchen Kinder Grenzen oder Kommunikation?”

  1. Am August 22nd, 2014 um 14:23 Susan Says:

    It’s a joy to find sonmoee who can think like that

  2. Am Januar 23rd, 2010 um 21:58 Schreibabys.com Says:

    Ich denke, dass die Art „wie“ den Kindern etwas sagt sehr entscheidend ist. Wenn man die Handlungen des Kindes aus dem Augenwinkel verfolgt, ihm mit Empathie gegenübersteht und scheinbar unvermeidbare Glasbrüche vorhersieht, kann man viel gelassener handeln und gibt nicht 5 mal die Minuten ein panischen „Nein!!!“ von sich 🙂

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