Letztes Wochenende war ich auf einer spannenden Fortbildung in Berlin. Es ging darum, wie man im Rahmen der Tanztherapie Tango für therapeutische Zwecken einsetzen kann. Tango tanzen ist mein leidenschaftliches Hobby und was liegt näher, als es auch beruflich zu nutzen? Wir haben die Entwicklungsstufen eines Menschenkindes durchlebt und buchstäblich auf eigenem Leib nochmal gespürt und die verblüffenden Parallelen zwischen diesen Entwicklungsstufen und der Evolution entdeckt. Vereinfacht zusammengefasst geht die Entwicklung von dem Zustand des Einsseins mit allem (wie die Amöbe = wie der Fötus im Mutterleib) hin zu immer höheren Komplexität durch das Entdecken von linkst und rechts, oben und unten, drin oder draußen, und das sowohl evolutionär als auch in unserer eigenen individuellen Entwicklung. Interessant, nicht wahr?

Wir Menschen gelten als am höchsten entwickelte Wesen auf dem Planeten und doch sehnen wir uns nach dem Zustand einer Amöbe – des mit allem Einsseins – und viele Praktiken wie z. B. die Meditation versprechen uns dieses Paradies vom Ein- und Ganzwerden. Nicht zuletzt versucht auch die Psychotherapie, die unbewussten, verdrängten Anteile von uns wieder ins Bewusstsein zu holen, sie anzunehmen und so ein Stück ganzer zu werden.

Der höchste Entwicklungsstand einer Bewegung und Struktur ist die Zweier-Spirale, die wir vom Bild der DNA kennen. Die zweier Spirale findet man auch im Tango, wenn das Paar sich dreht und in die sogenannte Torsion geht. Der Ocho – also die Acht – ist die Grundfigur des Tangos und auf die Seite gelegt ist sie auch das Zeichen der Unendlichkeit. Nicht umsonst, denn die Himmelskörper kennen ebenfalls dieses Muster und bewegen sich im Himmel so als würden sie Tango tanzen.

Diese neuen Erkenntnisse würde ich gerne in meiner beruflichen Praxis einbringen. Wie es geschieht, muss ich allerdings noch herausarbeiten.