Toxische Beziehung zwischen den Menschen und dem Staat.

Eine lang ersehnte Verschnaufpause von der Pandemie und ihren drakonischen „Bekämpfungsmaßnahmen“ ist da. Die Sonne verleitet zum Vergessen, doch es ist ein guter Zeitpunkt, das Erlebte der letzten Monate kritisch zu durchleuchten und zu verarbeiten, um im Herbst nicht in die gleiche Gefühlsspirale zu geraten.

Die Beziehung zwischen den Bürgern und dem Staat seit Beginn der Pandemie erinnerte mich stark an die toxischen Beziehungsmuster zwischen Kindern und ihren unreifen Eltern. Der Giftpegel dieser Beziehung ist mit der Zeit so stark angestiegen, dass er in meinen Augen mehr Schaden eingerichtet hat als die Pandemie oder das Virus selbst. Folgende Beziehungsmuster konnte ich erkennen:

1. Du kannst erst wider leben, wenn du dich aufgibst.

„Du kommst erst aus deinem Zimmer wieder raus, wenn du nicht mehr weinst/schreist/wütend bist/dich beruhigt hast, etc.“ „Ich rede solange nicht mit dir, bis du wieder lieb bist“, „Wenn du so weitemachst, gehen wir sofort vom Spielplatz nachhause“. Das hören wir doch jeden Tag irgendwo oder?

Die Verantwortung wird hier scheinbar auf das Kind übertrage. Es hat es scheinbar selbst in der Hand. Es braucht sich ja nur konform zu verhalten, um die „Liebe“ der Eltern zu bekommen, die es will. Ein teuflischer Pakt, denn dafür muss das Kind auf seine Gefühle verzichten, sie ignorieren, sie verneinen, einfrieren lassen, sie nicht fühlen, um den Kontakt zu seinen Eltern wieder herzustellen. Sonst ist es selbst an allem schuld – daran, dass Mama böse, überfordert oder traurig ist. Es wird dem Kind die Verantwortung aufgeladen, die es nicht halten kann, die ungerecht ist, die erwürgt und beschämt. Es ist das Gegenteil von bedingungsloser Liebe der Eltern.

Das gleiche passiert heute in der Gesellschaft auch. Wir sind scheinbar selbst an der Härte der Maßnahmen schuld, weil wir uns nicht brav, diszipliniert oder konform genug verhalten. Dann dürfen wir uns auch nicht beklagen. „Wegen dieser Idioten, die die Maske nicht tragen, müssen die Geschäfte schließen!“ Nicht die Erlasse werden kritisiert, sondern diejenigen, die sich nicht an diese halten. Die Ausreißer werden angefeindet wie die rebellierenden Geschwister damals. Warum können sie sich nicht zusammenreißen, damit Mama/Papa endlich Ruhe gibt?

2. Nicht den eigenen Kopf benutzen.

Kinder hinterfragen ihre Eltern nicht. Sie können es nicht, es fehlen ihnen dafür das Denkvermögen, der Vergleich und die Lebenserfahrung. Für Kinder sind ihre Eltern das Universum und so wie sie sind, so können sie nur sein und nicht anders.

In dieser infantilen Position verharren wir heute auch und nehmen alles hin, was von oben auf uns niederprasselt, ohne es kritisch zu hinterfragen. Es macht scheinbar die Pandemie, das böse Virus und nicht die Regierung, die unantastbar bleibt. Wir vergessen, unseren eigenen Kopf zu benutzt, als wären wir noch Kinder und könnten es nicht. Der innere Kompass, der uns spüren lässt, was uns gut tut und was nicht, fehlt uns, weil es uns schon früh aberzogen wurde. Es bleibt uns nur widerstandslos zu akzeptieren, was von oben kommt ganz wie damals, „weil sie es sagen.“

3. Die Panik und die Unberechenbarkeit.

Wenn wir als Kinder mit unberechenbaren Eltern lebten, dann waren wir immer auf der Hut: Wie ist die Mama heute gelaunt? Kommt Papa wieder betrunken nach Hause? Davon hing ab, wie der Tag verläuft, wird er gut oder schlecht? Werde ich heute im Frieden gelassen oder soll ich mich lieber rechtzeitig verkriechen? Wir konnten die feinste Stimmlage der Mutter deuten, ihren Blick, ihre Körperhaltung. Wir konnten am Geräusch des Schlüssels im Schlüsselloch erkennen, ob der Vater betrunken nach Hause kommt und sogar wie stark. Wir haben enorme Sensibilität entwickelt, um uns die Welt ein wenig berechenbarerzu machen. Und trotzdem hat es uns immer unvorbereitet getroffen – die Wut der Eltern, ungerechte Strafen, Schlägereien aus nichtigem Grund. Das hat uns verletzt und den Verstand geraubt, es hat uns wie „verrückt“ gemacht. Deswegen fühlt sich das Leben heute für uns immer noch wie das Laufen auf dem Minenfeld: Man weiß nie, wo und wann es knallt.

Mit dieser Angst und erlebter Willkür im Nacken können wir die oft genauso willkürlichen und unlogischen Maßnahmen der Regierung kaum ertragen. Ich glaube, dass das der Nährboden vieler Verschwörungstheorien ist. Denn eine Theorie versucht dem ganzen Geschehen ein wenig Sinn zu verleihen. Dass das oft übertrieben wird, liegt auf der Hand. Und viele Menschen erleben ernsthafte Angstzustände bis zur Panik angesichts der Staatswillkür.

Ich persönlich glaube nicht an Verschwörungen, sehr wohl aber an die Hilflosigkeit und Unreife der Politiker, ihre Ohnmacht und schnelles Greifen zu scheinbar einfachen Lösungen, die das Symptom aus der Welt schaffen wollen und nicht das Problem an sich.

4. Die Freiheit, die du dir verdienen musst, mit deinem Körper!

Freiheiten für Geimpfte, wie perfide klingt das? Grundrechte gegen eine Spritze. Das widerspricht der Idee der Grundrechte, die unantastbar sein müssen und an keine Bedingung geknüpft werden dürfen. Dein menschliches Dasein hängt davon ab, ob du eine Substanz in deinen Körper reinlässt oder nicht. Ist das nicht Prostitution, Erpressen, Missbrauch? Ein Mensch zu sein, frei zu atmen, sich frei zu bewegen, sich mit anderen Menschen zu treffen und Beziehungen einzugehen, darf von nichts abhängig sein, schon gar nicht von etwas, was die körperlichen Grenzen verletzt.

Die Medien sind zugepflastert mit Bildern von Menschen mit der Spritze im Arm, jetzt auch noch von Kindern mit der Spritze im Arm, damit wir uns an den Gedanken langsam gewöhnen können und es uns mit der Zeit normaler vorkommt. So durchschaubar! Die Ärmel hochkrempeln bedeutet ursprünglich etwas ganz anderes. In der heutigen Variante verwendet ähnelt es eher dem Ausdruck “die Hose runterlassen.”

Einige “Fachleute” für Medizin und Ethik (!) haben sich dafür ausgesprochen, den Schulbesuch für Kindern oder die Teilhabe am sozialen Leben an die Bedingung geimpft zu sein zu knüpfen. Das nenne ich kriminell! Und ich danke an dieser Stelle Stiko, die sich bisher nich dem politischen Druck gebeugt hat. Ich hoffe, sie behalten ihren Rückgrat und den kühlen Kopf.

5. Bist du nicht ganz dicht?

Diffamieren, auslachen, nicht für voll nehmen, durch Kakao ziehen, wenn der andere sein Empfinden mitteilt, ist eine erniedrigende Art der emotionalen Gewalt, die wir heute seitens des Staats gegenüber seinen kritischen Bürgern erleben. Die Medien werden zum Sprachrohr dieser Haltung und viele konforme Bürger machen mit. So braucht man auf die kritischen Argumente nicht einzugehen, sich nicht mit ihnen auseinandersetzen, es reicht, die Kritiker für verrückt zu erklären und mit der eigenen Politik weiterfahren. Es ist beschämend und erniedrigend. Man trifft sich nicht auf der Augenhöhe, sondern wird von oben herab aus seiner Machtposition diffamiert. Es ist Machtmissbrauch! Es wirkt beängstigend, man kommt gegen die Maschinerie nicht dagegen an und riskiert noch das Letzte, was einem übrig bleibt, nämlich seine Würde zu verlieren.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich erkennen, dass wir Menschen in der Pandemie zu einem Instrument der Politik degradiert sind, benutzt und entwürdigt werden. In allen diesen Formen wird das Ausmaß der emotionalen Gewalt deutlich. Eine toxische Beziehung baut auf diesen faulen Bausteinen auf: Schuld, Scham oder Wertlosigkeit. Wir sind doch alle selbst schuld an unserer Misere, wenn wir Anweisungen nicht folgen. Wir können nicht frei sagen, was wir denken, dann werden wir nicht für voll genommen oder ausgegrenzt. Und wir müssen von unserem Empfinden abtreten, uns blind beugen, uns entwürdigen lassen.

Auch Politiker sind nur Menschen mit ihren Schattenseiten und Ego-Ambitionen. In der Krise kommen diese besonders deutlich zum Vorschein. Sie handeln getrieben von Angst, manchmal im blinden Aktionismus. Hauptsache, etwas tun und nicht passiv wirken. Dabei kommen die größten Veränderungen durch die Bewegung im Bewusstsein. Den vermeintlichen „Feind“ im Außen zu bekämpfen, anstatt nach innen zu schauen, ist ein deutliches Zeichen der seelischen Blindheit.

Leider wird die Chance dieser Krise bisher nicht wahrgenommen, uns selbst als Menschheit zu hinterfragen, unseren Platz auf der Erde, unsere gemeinsame Existenz mit anderen Lebewesen, unsere Gier und Egoismus. Die Chance dieser Pandemie – im kollektiven Bewusstsein zu wachsen, – dürfen wir nicht verpassen. Und der erste Schritt in dieser Bewegung ist es, die toxischen Beziehungen, in denen wir gerade stecken, zu durchschauen und nicht weiter mitzumachen.

Meine Arbeit aktuell in den Medien

Ich freue mich riesig über gleich zwei mediale Auftritte, die meine Arbeit, mein Buch und meinen persönlichen Lebensweg ins Rampenlicht stellen.

In der gedruckten Sommerausgabe des Magazins „The mothering journey“ erschien ein Ausschnitt meines Buches. Die Zeitschrift „The mothering journey“ ist neu auf dem Markt und widmet sich an die neue Generation von Müttern, die achtsam, bewusst und verbunden werden möchten. Es werden Themen wie die Geburt, das Wochenbett und Körperbewusstsein angesprochen. Und wie der Name schon verrät, wird das Muttersein als eine Reise beschrieben, die Reise sowohl zu sich selbst, als auch seelisch näher an unsere Kinder.

Man kann die gedruckte Ausgabe des Magazins auf der Homepage bestellen.

 

Der zweite Auftritt ist ein Podcast-Interview mit Irina Schott. Irina hat einen Podcast-Kanal eröffnet mit dem Titel „Die Selbstentdeckungsreise“. Ihr Anliegen ist die Entfaltung deiner seelischen Potenziale, dabei führt sie Interviews mit inspirierenden Menschen sowie teilt ihre eigenen Erkenntnisse mit.

Das Interview mit Irina war ein schönes Erlebnis. In meiner Arbeit bin ich normalerweise diejenige, die Fragen stellt. Nun könnte ich mich zurücklehnen und etwas von mir erzählen. Es ist eine Kunst, die richtigen Fragen zu stellen und den Gesprächspartner zum Öffnen zu bringen. Beides hat Irina mit Bravour gemeistert, so dass ich am Ende viel von meinem persönlichen Weg erzählt habe, von Geburten meiner Kinder und von so manchen Entbehrungen aus meiner Kindheit. Danke Irina für das inspirierende Gespräch!

Hier geht es zum Interview.

An diese Stelle verrate ich euch noch etwas. Der Titel der Podcast-Folge „Vom Kind, das ich war, zu der Mutter, die ich bin“ war ursprünglich mein Originaltitel zum Buchtitel. Der Verlag hat sich für einen anderen, euch bekannten Titel entschieden. Aber ein wenig trauere ich dem Alten noch hinterher. Wie findet ihr ihn?

Beide Anbieter verbindet die Sicht auf das Muttersein als eine Quelle wertvoller Erfahrungen, die uns bereichert. Ich wünsche Euch viel Spaß mit der Lektüre und mit dem Podcast.

Autorin Inga Erchova mit ihrem Buch