Podcast-Interview für “Muttergefühle”

Wie viel von unserer Kindheit steckt noch in uns, wie wurden wir geprägt? Was macht das Erlebte mit uns? Und was davon nehmen wir mit, wenn wir selbst Mutter oder Vater werden?
Darum geht es im neuen Podcast-Interview, das Katharina Fuß für ihre Podcast-Reihe Muttergefühle mit mir geführt hat.

Wir haben darüber gesprochen, welche Bedeutung unser inneres Kind und unsere frühe Kindheit darin spielt, wie wir selbst heute als Eltern agieren. Außerdem hat sich Katharina auf eine Zeitreise mit mir eingelassen, die ich normalerweise mit Klientinnen mache, wenn es darum alte Erfahrungen aufzuarbeiten. Tune in! 

Ein Neuanfang

Auch wenn politische Themen derzeit omnipräsent sind, möchte ich heute nicht über Politik schreiben, sondern darüber, wie es ist, etwas Neues anzufangen. Ein Neuanfang kann im Kleinen wie im Großen geschehen – eine neue Frisur, neue Bekanntschaft, ein neues Hobby oder eine neue Gesellschaftsform?

Ich habe vor Tagen meinen größeren Töchtern ihre Haare um ca. die Hälfte der Länge gekürzt und schon fühlen sie sich wie neugeboren, verändert und plötzlich so erwachsen. Sie verhalten sich anders, reden und bewegen sich anders. Ich erinnere mich: Eine neue Frisur war in der Kindheit ein großes Ding. Man fühlte sich wie gehäutet und völlig erneuert.

Auch ich habe einen Neubeginn gewagt und lerne seit Kurzem Trompete spielen. Es ist zauberhaft, ein neues Instrument zu entdecken. Ich spiele Klavier, seitdem ich acht bin und jetzt wage ich mich an ein neues Instrument heran, das ganz anders funktioniert. Klavier ist recht analog: Eine Taste – ein Ton, große Amplitude, es geht in die Weite, an der Tonqualität kann man nicht viel drehen, außer es lauter oder leiser zu spielen. Man fühlt sich mit Musik ein wenig auf Distanz. 

Die Trompete beansprucht den ganzen Körper und geht an das Innigste – deinen Atem, deine Mitte, deine Stimme und dein Kommunikationsorgan. Trompete ist subtiler und mit mehr Seele behaftet als das mechanische Klavier. Ihre Bauart ist recht einfach, fast schon primitiv. Die russische Bezeichnung entspricht dem ganz gut: Auf russisch heißt Trompete nämlich einfach „das Rohr“. Diese Einfachheit fasziniert mich und lässt Tieferes dahinter vermuten.

Auch im Großen können wir Neuanfänge erleben, die oft nach Krisen stattfinden. Ich habe bereits ein Systemwechsel erlebt, als die Sowjetunion zusammenbrach und die ganze Gesellschaft plötzlich vor nichts stand und sich langsam in ein neues System finden musste, nicht ohne Entbehrungen und Leidensdruck. Heute stehen wir vielleicht auch vor tiefgreifenden Veränderungen in der Gesellschaft, deren Ausmaß wir noch nicht einschätzen können. Krisen entstehen, wenn es nicht mehr so weiter gehen kann wie bisher. Dann ist ein Neubeginn der einzige Weg nach vorn.

In meinem beruflichen Alltag ist die Geburt der Kinder der häufigste Neuanfang, mit dem ich konfrontiert werde. Für viele geht es dann auch nicht mehr so weiter wie bisher, dann ist es eine Riesenchance, sich neu zu orientieren, mehr zu sich zu finden, sich mit seinem Wesen zu verbinden und einen Neuanfang zu wagen.

In jedem Anfang ist die ganze Entwicklung bereits enthalten, wie ein Baum im Samenkorn bereit im Keime enthalten ist. Es kommt darauf an, ob wir günstige Bedingungen schaffen können, damit aus dem Samenkorn tatsächlich ein Baum wird. Unser Geist stellt die Weichen und bewirkt, dass aus kleinem Neuanfang eine große schöne Sache werden kann. Nur Mut!

Die Versöhnung mit dem Tod.

 

Laut Statistik entspricht das durchschnittliche Alter eines Corona-Toten ungefähr seiner Lebenserwartung – ca. 78-82 Jahre, je nach Quelle. Es gehen also Menschen, deren Zeit ohnehin gekommen war. Im dritten Winter der Pandemie frage ich mich, was mit uns eigentlich los ist?

Als Psychotherapeutin erlebe ich das Phänomen, dass das, was der Patient erzählt oft nur etwas Vordergründiges ist, es ist nicht das Gleiche, was auf der seelischen Ebene geschieht. Der Hund ist meist ganz wo anders begraben, aber es ist uns nicht bewusst. Ein wesentlicher Teil der Psychotherapie besteht gerade darin, sich dessen bewusst zu werden, indem man Projektionen und Verdrängung überwindet.

Was geschieht also mit uns seelisch in der Pandemie? Ich glaube, es ist die Angst vor dem Tod, die uns in den Wahnsinn treibt. Der Tod wird durch den Medien-Verstärker nahezu omnipräsent. Wir lesen jeden Tag die Totenstatistik. Unter Pandemie sterben die Alten anders: Früher starben sie unbemerkt an der Grippe, bei sich zu Hause; jetzt – auf der Intensivstation unter dem Beatmungsgerät, ja fast schon im Rampenlicht.

Unsere Endlichkeit wird uns vor Augen geführt und wird bewusster denn je. Ganz insgeheim leben wir tagtäglich im Glauben unsterblich zu sein. Wer beschäftigt sich schon gerne mit dem eigenen Tod? Wer überlegt sich, wie und wann es wohl passiert, was danach kommt und wie es hier auf der Erde ohne uns weitergeht? Der Tod ist stark verdrängt und unter tausend Schlössern weggesperrt. Und nun in der Pandemie ist die ganze Verdrängungsarbeit hinfällig.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass wir uns an jedes Stroh festzuhalten versuchen, der uns vermeintliche Sicherheit verspricht oder Sündenböcke suchen, an denen wir unsere Angst und Frust abladen können. Doch es hilft alles nichts. Wir können die eigene Sterblichkeit nicht länger ignorieren. Sie ist vielleicht der einzig sichere Fakt momentan, aber auch eine Einladung, unser Leben grundsätzlich zu überdenken.

Es lebt sich anders, wenn man weißt, dass unsere Zeit begrenzt ist. Das berichten viele todkranke Menschen mit sicherer Diagnose und begrenzter Zeitperspektive. Was würdest du machen, wenn du wüsstest, dass heute dein letzter Tag wäre? Wir erlauben uns dann endlich zu uns selbst zu finden, unseren innigsten Wünschen nachzugehen, unsere Träume zu verwirklichen und unsere Seele aus dem Käfig der Verpflichtungen zu befreien.

Und das sollten wir jetzt dringen tun! Dann wird unsere Endlichkeit gar kein Problem mehr, denn wir haben aus voller Brust und mit offenem Herzen gelebt. Dann ist der Tod nicht das schreckliche Ende, sondern nur ein Übergang, wohin auch immer. Unsere Seele wird uns fröhlich dorthin begleiten, wenn wir sie lassen.

 

Pandemie der Konformität

Ich habe Sozialpsychologie studiert und schon im Studium vielen Phänomenen des menschlichen Gruppenverhaltens begegnet, die alles andere als rational schienen, sondern oft ungerecht, manchmal brutal oder sogar tödlich. Denken wir nur an die vielen Experimente der 70-er Jahre, die die menschlichen Abgründe zum Tageslicht trugen und die in die Lehrbücher eingingen. Einige wurden sogar verfilmt: Im Film „Experiment“ mit Moritz Bleibtreu z. B. wurden Menschen nach Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt: Häftlinge und Aufpasser. Diejenigen, die die Macht bekamen, über die anderen zu bestimmen, verhielten sich grausam und bestraften ihre Kommilitonen, als wären diese tatsächlich die schlimmsten Straftäter gewesen. Im anderen Experiment bekamen Probanden die Möglichkeit, andere Teilnehmer für kleine Fehler mit Stromschlag zu bestrafen und die Stromstärke selbst zu regulieren. Sie reizten diese Möglichkeit bis zur tödlichen Stromstärke aus. Wissenschaftler rätselten über die Motive, Beweggründe und über das „Bose“ im Menschen, das scheinbar immanent da ist, nur im Alltag sich kaum zeigt, aber oft dann, wenn es kritisch wird, im Stress oder bei Angst.

Ich will damit auf die heutige Situation hinaus. Ich bin mir sicher, dass die aktuelle Pandemie ebenfalls in die Geschichts- und Lehrbücher eingehen wird, nicht nur für die Mediziner, sondern auch für die Sozialpsychologen. Das Verhalten der Gesellschaft angesichts dieses Stresstests wird die Wissenschaftler noch lange beschäftigen. Wir erleben eine Pandemie der Konformität, Peinigung der Andersdenkenden, Sündenbock-Verhalten, Projektionen und Gegenprojektionen. Der gesunde Menschenverstand scheint ausgesetzt zu haben, es ist nicht möglich, sachlich miteinander zu sprechen ohne dass die Gemüte sich erhitzen.

Nicht das erste Mal in der Geschichte erleben wir die Spaltung, die Ausgrenzung des Andersartigen, die Lust, es von der Erdoberfläche verschwinden zu lassen. Leider ist unser Gedächtnis kurz und die Lernkurve flach.

Ich möchte noch ein Video mit euch teilen. Hier spricht eine Ethik-Professorin aus Kanada – einem behüteten Land, wo die Welt scheinbar noch in Ordnung ist. Doch auch dieses Bild trügt. Ihre Worte sind eindringlich.

Die Zeitreise zum inneren Kind im Live-Interview.

Ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist die Arbeit mit dem inneren Kind. Das konkrete Verfahren dazu ist im Laufe der Arbeit entstanden, teils durch Impulse der Klienten, teils durch meine Reflexionen. Ich nenne die Technik „Zeitreisen“.  Es geschieht im Liegen. Mit geschlossenen Augen „reisen“ wir zurück in die Kindheit und erleben eine bestimmte Situation, als wären wir wieder da, wieder klein und erleben Dinge, die wir damals erlebt hatten. Der einzige Unterschied ist, dass ich diesmal dabei bin und helfe, die verdrängten Gefühle aufzuspüren, die niemand für uns damals verbalisiert hat. Es ist eine Art Detektivarbeit. Ich benenne dann diese entwischten Gefühle, und der Klient kann diese, wenn das für ihn oder sie stimmig anfühlt, als Teil der eigenen Biographie annehmen. Soviel in Kürze.

Eine mutige Mama namens Wiebke (@espensmama) hat live auf Instagram TV mit mir gewagt, den Sprung ins Ungewisse zu nehmen und vor Publikum mit mir auf die Zeitreise in ihre Kindheit zu gehen. Der Link zum Video kommt am Schluss aber zunächst noch etwas.

Es ist ein Unterschied, ob wir die alten Gefühle wieder spüren oder ob wir nur über sie reden. In den meisten Therapien geschieht nur das Zweite. Am Ende versteht mal vielleicht rational die Zusammenhänge, das alltägliche Leben ändert sich dadurch aber kaum.

Anders ist es, wenn wir uns während der Zeitreise mit unseren alten Gefühlen verbinden. Hier fühlen wir das, was wir uns lange nicht erlaubt hatten zu fühlen, entdecken Gefühle, die niemand bisher für uns benannt hat, spüren unsere Geschichte als ein unabdingbarer Teil von uns und verbinden uns mit uns selbst. Und das ändert alles. Denn man kann nichts verändern, was man nicht zuerst akzeptiert.

Hier geht es zum Video.

Toxische Beziehung zwischen den Menschen und dem Staat.

Eine lang ersehnte Verschnaufpause von der Pandemie und ihren drakonischen „Bekämpfungsmaßnahmen“ ist da. Die Sonne verleitet zum Vergessen, doch es ist ein guter Zeitpunkt, das Erlebte der letzten Monate kritisch zu durchleuchten und zu verarbeiten, um im Herbst nicht in die gleiche Gefühlsspirale zu geraten.

Die Beziehung zwischen den Bürgern und dem Staat seit Beginn der Pandemie erinnerte mich stark an die toxischen Beziehungsmuster zwischen Kindern und ihren unreifen Eltern. Der Giftpegel dieser Beziehung ist mit der Zeit so stark angestiegen, dass er in meinen Augen mehr Schaden eingerichtet hat als die Pandemie oder das Virus selbst. Folgende Beziehungsmuster konnte ich erkennen:

1. Du kannst erst wider leben, wenn du dich aufgibst.

„Du kommst erst aus deinem Zimmer wieder raus, wenn du nicht mehr weinst/schreist/wütend bist/dich beruhigt hast, etc.“ „Ich rede solange nicht mit dir, bis du wieder lieb bist“, „Wenn du so weitemachst, gehen wir sofort vom Spielplatz nachhause“. Das hören wir doch jeden Tag irgendwo oder?

Die Verantwortung wird hier scheinbar auf das Kind übertrage. Es hat es scheinbar selbst in der Hand. Es braucht sich ja nur konform zu verhalten, um die „Liebe“ der Eltern zu bekommen, die es will. Ein teuflischer Pakt, denn dafür muss das Kind auf seine Gefühle verzichten, sie ignorieren, sie verneinen, einfrieren lassen, sie nicht fühlen, um den Kontakt zu seinen Eltern wieder herzustellen. Sonst ist es selbst an allem schuld – daran, dass Mama böse, überfordert oder traurig ist. Es wird dem Kind die Verantwortung aufgeladen, die es nicht halten kann, die ungerecht ist, die erwürgt und beschämt. Es ist das Gegenteil von bedingungsloser Liebe der Eltern.

Das gleiche passiert heute in der Gesellschaft auch. Wir sind scheinbar selbst an der Härte der Maßnahmen schuld, weil wir uns nicht brav, diszipliniert oder konform genug verhalten. Dann dürfen wir uns auch nicht beklagen. „Wegen dieser Idioten, die die Maske nicht tragen, müssen die Geschäfte schließen!“ Nicht die Erlasse werden kritisiert, sondern diejenigen, die sich nicht an diese halten. Die Ausreißer werden angefeindet wie die rebellierenden Geschwister damals. Warum können sie sich nicht zusammenreißen, damit Mama/Papa endlich Ruhe gibt?

2. Nicht den eigenen Kopf benutzen.

Kinder hinterfragen ihre Eltern nicht. Sie können es nicht, es fehlen ihnen dafür das Denkvermögen, der Vergleich und die Lebenserfahrung. Für Kinder sind ihre Eltern das Universum und so wie sie sind, so können sie nur sein und nicht anders.

In dieser infantilen Position verharren wir heute auch und nehmen alles hin, was von oben auf uns niederprasselt, ohne es kritisch zu hinterfragen. Es macht scheinbar die Pandemie, das böse Virus und nicht die Regierung, die unantastbar bleibt. Wir vergessen, unseren eigenen Kopf zu benutzt, als wären wir noch Kinder und könnten es nicht. Der innere Kompass, der uns spüren lässt, was uns gut tut und was nicht, fehlt uns, weil es uns schon früh aberzogen wurde. Es bleibt uns nur widerstandslos zu akzeptieren, was von oben kommt ganz wie damals, „weil sie es sagen.“

3. Die Panik und die Unberechenbarkeit.

Wenn wir als Kinder mit unberechenbaren Eltern lebten, dann waren wir immer auf der Hut: Wie ist die Mama heute gelaunt? Kommt Papa wieder betrunken nach Hause? Davon hing ab, wie der Tag verläuft, wird er gut oder schlecht? Werde ich heute im Frieden gelassen oder soll ich mich lieber rechtzeitig verkriechen? Wir konnten die feinste Stimmlage der Mutter deuten, ihren Blick, ihre Körperhaltung. Wir konnten am Geräusch des Schlüssels im Schlüsselloch erkennen, ob der Vater betrunken nach Hause kommt und sogar wie stark. Wir haben enorme Sensibilität entwickelt, um uns die Welt ein wenig berechenbarerzu machen. Und trotzdem hat es uns immer unvorbereitet getroffen – die Wut der Eltern, ungerechte Strafen, Schlägereien aus nichtigem Grund. Das hat uns verletzt und den Verstand geraubt, es hat uns wie „verrückt“ gemacht. Deswegen fühlt sich das Leben heute für uns immer noch wie das Laufen auf dem Minenfeld: Man weiß nie, wo und wann es knallt.

Mit dieser Angst und erlebter Willkür im Nacken können wir die oft genauso willkürlichen und unlogischen Maßnahmen der Regierung kaum ertragen. Ich glaube, dass das der Nährboden vieler Verschwörungstheorien ist. Denn eine Theorie versucht dem ganzen Geschehen ein wenig Sinn zu verleihen. Dass das oft übertrieben wird, liegt auf der Hand. Und viele Menschen erleben ernsthafte Angstzustände bis zur Panik angesichts der Staatswillkür.

Ich persönlich glaube nicht an Verschwörungen, sehr wohl aber an die Hilflosigkeit und Unreife der Politiker, ihre Ohnmacht und schnelles Greifen zu scheinbar einfachen Lösungen, die das Symptom aus der Welt schaffen wollen und nicht das Problem an sich.

4. Die Freiheit, die du dir verdienen musst, mit deinem Körper!

Freiheiten für Geimpfte, wie perfide klingt das? Grundrechte gegen eine Spritze. Das widerspricht der Idee der Grundrechte, die unantastbar sein müssen und an keine Bedingung geknüpft werden dürfen. Dein menschliches Dasein hängt davon ab, ob du eine Substanz in deinen Körper reinlässt oder nicht. Ist das nicht Prostitution, Erpressen, Missbrauch? Ein Mensch zu sein, frei zu atmen, sich frei zu bewegen, sich mit anderen Menschen zu treffen und Beziehungen einzugehen, darf von nichts abhängig sein, schon gar nicht von etwas, was die körperlichen Grenzen verletzt.

Die Medien sind zugepflastert mit Bildern von Menschen mit der Spritze im Arm, jetzt auch noch von Kindern mit der Spritze im Arm, damit wir uns an den Gedanken langsam gewöhnen können und es uns mit der Zeit normaler vorkommt. So durchschaubar! Die Ärmel hochkrempeln bedeutet ursprünglich etwas ganz anderes. In der heutigen Variante verwendet ähnelt es eher dem Ausdruck “die Hose runterlassen.”

Einige “Fachleute” für Medizin und Ethik (!) haben sich dafür ausgesprochen, den Schulbesuch für Kindern oder die Teilhabe am sozialen Leben an die Bedingung geimpft zu sein zu knüpfen. Das nenne ich kriminell! Und ich danke an dieser Stelle Stiko, die sich bisher nich dem politischen Druck gebeugt hat. Ich hoffe, sie behalten ihren Rückgrat und den kühlen Kopf.

5. Bist du nicht ganz dicht?

Diffamieren, auslachen, nicht für voll nehmen, durch Kakao ziehen, wenn der andere sein Empfinden mitteilt, ist eine erniedrigende Art der emotionalen Gewalt, die wir heute seitens des Staats gegenüber seinen kritischen Bürgern erleben. Die Medien werden zum Sprachrohr dieser Haltung und viele konforme Bürger machen mit. So braucht man auf die kritischen Argumente nicht einzugehen, sich nicht mit ihnen auseinandersetzen, es reicht, die Kritiker für verrückt zu erklären und mit der eigenen Politik weiterfahren. Es ist beschämend und erniedrigend. Man trifft sich nicht auf der Augenhöhe, sondern wird von oben herab aus seiner Machtposition diffamiert. Es ist Machtmissbrauch! Es wirkt beängstigend, man kommt gegen die Maschinerie nicht dagegen an und riskiert noch das Letzte, was einem übrig bleibt, nämlich seine Würde zu verlieren.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich erkennen, dass wir Menschen in der Pandemie zu einem Instrument der Politik degradiert sind, benutzt und entwürdigt werden. In allen diesen Formen wird das Ausmaß der emotionalen Gewalt deutlich. Eine toxische Beziehung baut auf diesen faulen Bausteinen auf: Schuld, Scham oder Wertlosigkeit. Wir sind doch alle selbst schuld an unserer Misere, wenn wir Anweisungen nicht folgen. Wir können nicht frei sagen, was wir denken, dann werden wir nicht für voll genommen oder ausgegrenzt. Und wir müssen von unserem Empfinden abtreten, uns blind beugen, uns entwürdigen lassen.

Auch Politiker sind nur Menschen mit ihren Schattenseiten und Ego-Ambitionen. In der Krise kommen diese besonders deutlich zum Vorschein. Sie handeln getrieben von Angst, manchmal im blinden Aktionismus. Hauptsache, etwas tun und nicht passiv wirken. Dabei kommen die größten Veränderungen durch die Bewegung im Bewusstsein. Den vermeintlichen „Feind“ im Außen zu bekämpfen, anstatt nach innen zu schauen, ist ein deutliches Zeichen der seelischen Blindheit.

Leider wird die Chance dieser Krise bisher nicht wahrgenommen, uns selbst als Menschheit zu hinterfragen, unseren Platz auf der Erde, unsere gemeinsame Existenz mit anderen Lebewesen, unsere Gier und Egoismus. Die Chance dieser Pandemie – im kollektiven Bewusstsein zu wachsen, – dürfen wir nicht verpassen. Und der erste Schritt in dieser Bewegung ist es, die toxischen Beziehungen, in denen wir gerade stecken, zu durchschauen und nicht weiter mitzumachen.