Persönlichkeitsverlust im Wochenbett. Und was wir dafür für die neue Weltordnung gewinnen.

Persönlichkeitsverlust im Wochenbett. Und was wir dafür für die neue Weltordnung gewinnen.

Artikel

Nachdem die Wucht der Geburt abgeebbt ist, sind wir mit einer neuen Situation konfrontiert: aus Eins wurden Zwei. So endgültig und greifbar wie es im Körper geschehen ist, ist es in der Seele aber noch nicht. Die seelische Verwandlung von Eins- zum Zwei-sein geschieht nicht sofort sondern erstreckt sich über die Zeit. Seelisch gesehen sind wir noch lange nicht da, wo der Körper auf einen Schlag schon ist. Jetzt bin ich Mama und nicht mehr die Alte. Aber was für eine Person bin ich jetzt?

Persönlichkeitsverlust

Was uns nach der Geburt zu schaffen macht, ist der Persönlichkeitsverlust. Unser altes Ich fällt in sich zusammen, das Neue muss sich erst formen. Es braucht Zeit. Bis dahin entsteht ein Vakuum, Chaos und das Gefühl der inneren Leere. Wir können nicht mehr mit Sicherheit sagen, wer wir sind, denn das, womit wir uns bis zur Geburt identifiziert hatten, fällt auf einen Schlag weg: das Berufsleben, sozialen Kontakte, Hobbys, das Ausgehen oder Reisen. All diese Dinge waren bis dato die Quelle des positiven Selbstwertgefühls und bescherten uns Anerkennung: brillant im Beruf, beliebt bei den Freunden, bewundert im sozialen Umfeld. Was ist jetzt mit unserem Glanz geschehen? Jetzt, wenn diese Ego-Booster in den Hintergrund treten, fällt uns ihre stützende Kraft erst auf. Abgeschnitten von der Außenwelt, eingeschlossen in unseren vier Wänden, erleiden wir einen harten Entzug. Das Leben da draußen – in der Gesellschaft – zieht an uns vorbei wie im Film und fehlt uns enorm.

Die zerrende Einsamkeit breitet sich im Alltag aus. Das besagte „Dorf“ der Unterstützung fehlt, denn wir leben in Großstädten, entfernt von unseren Herkunftsfamilien (auch das nicht ohne Grund). Wir bekommen kaum Hilfe im Alltag. Der Lebenspartner arbeitet lange und kommt nach Hause spät. Freunde besuchen uns immer seltener, da wir für ihre „erwachsenen“ Themen kein offenes Ohr mehr haben. Auch wir finden sie im Gegenzug plötzlich oberflächlich. Wir schwingen nicht mehr auf der gleichen Wellenlänge, zwischen uns ist eine tiefe Kluft entstanden.

Unser vermeintlicher Erfahrungsschatz, den wir uns durch Studieren und das Berufsleben mühsam erarbeitet hatten, erscheint lächerlich nutzlos angesichts des kleinen Wesens in unserem Arm, das untröstlich weint. Am Abend verschlimmert sich die Situation. Wir sehen der Nacht panisch entgegen und wissen nicht, woran wir uns noch halten können. Kontrollverlust, Hilfslosigkeit, Überforderung, Verzweiflung verschlimmern den Teufelskreis.

Die männlich geprägte Außenwelt

Je stärker wir uns bis zur Geburt mit der Außenwelt identifiziert hatten umso krasser erleiden wir ihr plötzliches Verschwinden. Wir sehnen uns danach, wieder zu der Außenwelt zurückzukehren, schick und schlank auszusehen, geregelten Tagesablauf zu führen, intelligent und fähig zu sein, etwas zu tun, was uns gut gelingt und die Anerkennung dafür zu bekommen. Das Leben in den Tag hinein mit einem kleinen Wesen zusammen, das sich (auf die erwachsene Art und Weise) nicht verständigen kann, laugt uns aus. Am Ende des Tages sind wir geschafft, dabei sehen wir nicht mal sichtbare Ergebnisse unserer „Arbeit“ und können uns dem Feierabend nicht entgegen freuen, denn in der Nacht geht ja die „Schicht“ weiter.

Manche von uns flüchten zurück ins Berufsleben, merken aber schnell, dass sie sich in der männlich dominierten Arbeitswelt plötzlich fehl am Platz fühlen. Die Rückkehr zur Arbeit schien nur eine Erlösung zu sein. Bei der Rückkehr aus der Babypause spüren wir aber, dass wir nicht mehr voll und ganz hierhin gehören. Etwas hat sich in unserem Inneren verändert. Meetings erscheinen uns plötzlich sinnlos, die Aufgaben redundant, Kollegen oberflächlich, Themen unwichtig, während es zuhause einen kleinen Menschen gibt, der uns wirklich, wirklich, wirklich braucht. Was gibt es Wichtigeres, als jetzt bei ihm zu sein? Ein Teil unserer Seele ist zuhause geblieben, bei unserem Baby. Das unsichtbare Band zwischen uns lässt nicht los und zieht uns zurück.

Am Arbeitsplatz erwartet man von uns, dass wir uns wieder in die aktive Arbeitswelt einfügen und wie bisher funktionieren, dass wir unseren Intellekt einsetzen, Ideen haben und energievoll an ihrer Umsetzung arbeiten, dass wir nicht emotional wirken oder womöglich „verändert“. Nein, wir müssen so tun, als wäre nichts Bedeutendes in unserem Leben geschehen, wie nach einem Kurzurlaub. Aber wir sind nicht mehr die Alten, ganz und gar nicht, als hätten wir die dunkle Seite des Mondes gesehen, während alle nur von der hellen Seite sprechen. Wir wissen, dass es sie gibt und können nicht länger so tun, als wüssten wir von nichts.

Es fällt uns auf, wie einseitig unsere Gesellschaft tickt. Sie ist auf die maskuline Energie gepolt – auf das aktive Tun, Durchsetzen und Beherrschen. Hier gewinnt der Stärkere, der Dominantere. Man kumuliert die Macht und das Geld. Die „Schwachen“ müssen sich fügen. Alles weicht diesem einen Ziel – der Macht. Der Kampf um die Gleichberechtigung hat uns eingeredet, dass wir auch so funktionieren müssen. Aber wir wollen niemanden dominieren, niemanden ausbeuten oder auf Kosten anderer Vorteile ergattern.

Die weibliche Energie im Wochenbett

Im Wochenbett öffnet sich uns völlig andere Welt – die Welt der weiblichen Energie: Hier gibt es nicht nur schwarz oder weiß, viel mehr erklingen nun die Zwischentöne und erstrahlen gedämpfte Farben. Es zählen keine Ziele und Ergebnisse, sondern allein das Zusammensein. Die Mutter fühlt sich ohne das Baby unvollständig und das Baby fühlt sich ohne die Mutter haltlos, wie im freien Fall. Hier geht es nicht ums Dominieren sondern um die Verbindung. Die Relikte der männlichen Welt – wie der Ehrgeiz, Zielstrebigkeit, Aktivsein, rationales Denken oder Individualismus – sind in Wochenbett sinnlos, nutzlos und störend. Wenn wir unsere Persönlichkeit auf diesen Relikten aufgebaut hatten, bricht sie im Wochenbett wie ein wackeliges Kartenhaus in sich zusammen und eine brillante Businessfrau ertrinkt im halben Glass Wasser angesichts des weinenden Babys, das sie nicht beruhigt bekommt.

Spätestens jetzt ist es an der Zeit, die andere – die weibliche – Energie in uns aufkommen zu lassen, in das Dunkle einzutauchen, die Zwischentöne wahrzunehmen, das Irrationale gelten zu lassen, Gefühle als real und berechtigt zu akzeptieren, uns vom Baby betören zu lassen, weicher, sanfter und leiser zu werden, uns zu öffnen, uns hinzugeben, halten, wiegen, anschmiegen, schnuppern, berühren, verschmelzen, weinen, lieben.

Womit wir vor der Geburt nicht gerechnet hatten, ist, dass wir uns nach der Geburt von der rationalen Welt da draußen für eine Weile verabschieden werden müssen und in eine andere Welt abtauchen werden. Im Wochenbett ist die „Zivilisation“ nebensächlich, dafür umso mehr das Innenleben, Gefühle und die Verbindung. Jetzt sind wir den Katzen, Hündinnen oder Löwinnen ähnlicher als unseren Ex-Kolleginnen. Das „Muttertier“ ist weich, sensibel, zuhörend und beschützend. Das Wochenbett sind tiefe Gewässer – dunkel und berauschend, wenn alles fließt: der Wochenfluss, die Milch und die Tränen. Wir schämen uns vielleicht dafür, so „unzivilisiert“ zu erscheinen, aber es gibt keinen Grund für Scham. Im Gegenteil – es ist ein Gewinn: Endlich haben wir ein Teil von uns zurückerobert, das lange verborgen war – unsere weibliche, feminine Energie, sie ist subtil, tiefsinnig, emotional, fließend, weich, nährend, sorgend, schützend, behütend, gebend, altruistisch, liebevoll. Hier zählt keine sichtbare Ergebnisse am Ende des Tages sondern das süße Gurgeln des zufriedenen Babys, ein Hauch vom Lächeln in seinem Gesicht und der betörende Duft seiner Haut. Nicht sich Durchsetzen und Gewinnen, sondern Nachgeben, Hingeben, sich öffnen, für einander da sein – eine völlig neue Sicht der Dinge, nicht wahr? 

Im ersten Lebensjahr nährt sich das Baby vor allem der weiblichen Energie, nicht der männlichen. Daher, je weicher und sanfter wir im Wochenbett werden, desto wohler fühlt sich unser Baby mit uns. Dagegen, wenn wir in der männlichen Energie verharren, entfacht sich ein Kampf zwischen uns und dem Baby. 

Das Innenleben kommt hervor.

Jetzt, wo die äußere Welt in den Hintergrund tritt, drückt sich das Innenleben in den Vordergrund. Wir erfahren so viel über uns selbst, wenn wir die Gelegenheit ergreifen, dem verlockenden Ruf der tiefen Gewässer nachzugeben und in sie abzutauchen. Die Geburt hat die Eigenschaft, die Seele der Mutter zu öffnen und all das Verborgene, Vergessene, Verdrängte oder als unwichtig Abgetane, wieder an die Oberfläche zu ziehen. Wenn wir hinschauen, verstehen wir, woher wir kommen und was uns geformt hat. Auch die Wunden und Verletzungen gehören zu uns, es sind unsere Spuren und Narben, die uns zu dem machen, wer wir heute sind. Und das fühlt sich stimmiger und echter an, als all der Glanz der alten Tage. Er war mehr Schein als sein.

Gewinn durch das Wochenbett.

Gerade in der männlich geprägten Welt des Patriarchats, in der wir leben, gehen wir unbewusst davon aus, dass nur die männliche Energie ihre Existenzberechtigung hat und gesellschaftlich akzeptabel ist. Aber genau dieser Irrglaube ist der Nährboden des Patriarchats. Es gibt nicht nur die Sonne und das Licht, sondern auch den Mond und den Schatten, nicht nur das aktive Tun, sondern das passive Dasein, nicht nur das rationale Denken, sondern die Intuition und die Gefühle, nicht nur der Individualismus, sondern die Solidarität, nicht nur das eigene Wohl, sondern das Wohl des anderen, nicht das Durchsetzen, sondern das Zusammensein. 

Ja, wir haben im Wochenbett so manchen Stuck der Fassade abbröseln sehen dafür unser Fundament gestärkt. Wir spüren jetzt deutlicher, was wirklich zählt und lassen uns auf keine Kleinkriege des Egos mehr ein. Wir stehen drüber und merken schnell, welche Menschen ihr Leiden vertuschen und sich auf Kosten anderer besser fühlen wollen.

Wir entwickeln Solidarität unter Frauen, die uns enorm stärkt. Wir haben keine Angst mehr vor unseren Gefühlen, weil wir wissen, dass sie unsere zuverlässigen Leiter sind zu dem, was wirklich zählt. Und das Leben, erscheint so viel reicher und mit mehr Sinn erfüllt, dass die alte „verlorene“ Persönlichkeit ruhig da bleiben kann, wo sie war – im alten Leben.

Dieser Gewinn geschieht nicht automatisch und wir verschenken ihn, wenn wir uns im Wochenbett dafür entscheiden, die neu aufgeblühte Welt zu ignorieren, sie zu verschmälern oder alles auf Hormone abzuschieben. Dann verschwindet diese wunderbare Welt im nu und unser Baby bleibt alleine, auch in unserem Beisein. Wenn man die Kraft und die Mut aufbringt, die Unterstützung und den Zuspruch der Angehörigen genießt, geht man gestärkt und verändert aus dem Wochenbett hervor. Was früher wichtig war, relativiert sich, Prioritäten verschieben sich. Wie vorher sein zu wollen, heißt nur auf einem Bein weiter zu laufen. 

Wenn wir die Welt verändern und das Patriarchat verabschieden wollen, dann müssen wir auf die subtile Musik des Wochenbetts hören. Sie zeigt uns, wie es anders gehen kann – liebevoller, geduldiger, emotionaler und solidarischer.

Im Wochenbett lernen wir, dass man Dinge nicht immer durch aktives Tun lösen muss, sondern manchmal mit dem einfachen für-einander-da-sein; dass die Verbindung unsichtbar ist aber enorme Kraft besitzt; dass die Kommunikation nicht immer Worte braucht und telepathisch sein kann; dass die Kraft des weiblichen Körpers enorm ist; dass es Kräfte jenseits des Sichtbaren und Messbaren gibt, die aber nicht weniger real sind; dass die Liebe und der Schmerz sich nicht gegenseitig ausschließen; dass wir genau so geliebt werden, wie wir sind –  nicht perfekt, gemessen an den Schönheitsidealen, und absolut vollkommen in den Augen des kleinen Menschen in unserem Arm. 

Im Kampf um die Gleichberechtigung verlieren wir oft den Fokus und glauben, das Patriarchat mit gleichen Mitteln schlagen zu müssen. Dabei müssen nicht die Frauen männlicher werden, sondern die Welt insgesamt – weiblicher. Erst dann ist Patriarchat passé und mit ihm die Ausbeutung der Erde. Das Wochenbett macht uns ein Geschenkt, indem es zeigt, wie das geht.

Inga Erchova ist Dipl.-Psychologin, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Autorin und dreifache Mutter. Erfahre mehr über sie und ihre Arbeitsweise…

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Wie wir unsere Kinder vom sexuellen Missbrauch schützen können.

Wie wir unsere Kinder vom sexuellen Missbrauch schützen können.

Artikel

Als ich die TV-Doku über die Oldenwaldschuhle gesehen habe, wo sexueller Missbrauch in den 70er und 80er ein Massenphänomen war und täglich stattgefunden hat, hat mich eine Sache stutzig gemacht: Bei weitem nicht alle Kinder waren betroffen. Es gab viele Kinder, die Missbrauchsversuche haben von sich abprallen lassen. In der Doku schilderten diese, heute erwachsenen Schüler des Internats, wie sie sich schützen konnten: „Ich habe mein Schlafzimmer einfach immer abgeschlossen, so konnte niemand hineintreten.“ „Nachdem mich der Lehrer beim Duschen belästigt hat, bin ich einfach nicht mehr duschen gegangen.“

Im Kontrast dazu schilderten die betroffenen Kinder das Gefühl der Schutzlosigkeit, den Druck, sich dem Willen der Mächtiger fügen zu müssen. Sie empfanden, dass sie kein Recht hatten, nein zu sagen und nirgendwo Hilfe bekommen konnten.

Die äußeren Umstände waren also eine Sache, der innere Schlüssel, der die Übergriffe erst möglich gemacht hat – eine andere. Und über diese inneren Faktoren möchte ich heute sprechen. Was macht ein Kind zum leichten Opfer sexueller Belästigung, und was macht ein anderes Kind immun dagegen?

Gelernte Hilfslosigkeit

In der Psychologie existiert der Begriff „gelernte Hilfslosigkeit“. Er entstand durch die Experimente, in denen Tieren in geschlossenen Käfigen Schmerzen zugefügt wurden. Tiere konnten nicht fliehen und waren der Gewalt ausgeliefert. Später wurden die Käfige geöffnet und die Tiere bekamen die Möglichkeit zu fließen, doch sie sind drin geblieben und haben weiterhin gelitten. Es lag wohl daran, dass sie die erfahrene Hilfslosigkeit als dauerhaftes Gefühl verinnerlicht hatten. Sie war für sie nicht mehr bloß eine zufällige Situation, der sie entfliehen konnten. So fühlen sich oft Kinder, die Missbrauchsopfer geworden sind: Sie haben das Gefühl, sie können nichts dagegen tun, unternehmen keine Befreiungsversuche und suchen keine Hilfe auf, weil das Gefühl der Hilfslosigkeit bereits in ihnen lebt, noch lange bevor der Missbrauch stattgefunden hat.

Körpernähe beim Großwerden

Im Umgang mit dem Nachwuchs ist enger Körperkontakt natürlich für alle Säugetiere, zu Gattung deren wir Menschen gehören. Doch in der westlichen Kultur entdecken wir seine Wichtigkeit erst gerade neu. Ein wohlwollender Körperkontakt ist für Kinder ein wichtiger Wohlfühlfaktor, und je kleiner diese sind, desto wichtiger er ist. Nur in den Armen seiner Mutter (oder Ersatzperson) fühlt sich ein Baby sicher und geschützt, bis es mit der Zeit lernt, sich eigenständig fortzubewegen. Auch dann und später bleibt der Körper der Eltern für das Kind ein sicherer Hafen, wo es Schutz, Trost oder Schmerzlinderung finden kann. Bleibt dieser aus, entsteht ein dauerhaftes Gefühl der Schutzlosigkeit, Schuldgefühle oder das Gefühl der Minderwertigkeit. Der Entzug der Körpernähe ist für Kinder unerträglich und ist bereits Missbrauch per se.

Der Körper ist für Kinder nicht nur die Quelle des Wohlbefindens. Er ist auch die natürliche Quelle des Genusses. Babys geben oft genüssliche Töne von sich, wenn sie an der Mutterbrust trinken. Sie berühren mit der Hand die andere Brust und streicheln sie. Nur ein in westlicher Kultur sozialisierter Erwachsener kann darin etwas Anrüchiges sehen. Wenn ein Baby genug an der Brust getrunken hat, schläft es in Wonne ein. Wenn ein Baby mit seiner Mutter die Nähe Haut an Haut genießen und sich mit ihr in Wonne verbinden kann, wenn die Körper sich umschlingen und die beiden sich wie im Tanz des Lebens eins fühlen, dann können diese Babys später als Erwachsene mit einem Anderen dieses Gefühl der Schwerelosigkeit wieder erleben; sie können sich fallen lassen, ihre Körperlichkeit genießen und nicht zuletzt ihren eigenen Kindern diesen sicheren Hafen bieten.

Der Entzug der Körpernähe dagegen führt bei den Kindern dazu, dass ihre Körper einfrieren. Das Bedürfnis nach körperlicher Nähe verschwindet nicht, und wenn ein anderer, fremder Mensch diesen zu bedienen versucht, dann können Kinder leicht darauf ansprechen. Täter wissen ihre potenziellen Opfer gut zu erkennen: Es sind Kinder, die ausgehungert sind nach Nähe, Liebe und Trost.

Hier möchte ich aufführen, was wir Eltern tun können, um unsere Kinder vor sexuellen Übergriffen zu schützen. Der erste Punkt liegt auf der Hand:

  1. Unsere Kinder lieben

Während meiner psychotherapeutischen Arbeit mit Opfern sexueller Übergriffe stelle ich oft fest, dass diese Kinder in extremer Einsamkeit aufgewachsen sind. Sie wurden nicht gesehen, nicht beachtet und nicht wertschätzt. Die Täter – meist Vertraute der Familie – waren oft die ersten Personen in ihrem Leben, die ihnen Beachtung geschenkt haben, die sie gelobt oder ihnen zugehört haben, die ihnen Geschenke gemacht haben und die gemeinsame Zeit als etwas Positives gewertet haben. Stattdessen fühlten sich diese Kinder bei den eignen Eltern als Belastung.

Kinder sehnen sich nach Liebe. Wenn sie zuhause keine Liebe erfahren, suchen sie diese woanders. Aufgrund ihrer Unreife können Kinder selbstverständlich nicht zwischen echter Liebe und eigennützigem Verhalten der Täter unterscheiden und werden leicht zu Opfer.

  1. Warmherzigen Körperkontakt pflegen

Wie oben beschrieben ist wohlwollender Körperkontakt ein unabdingbarer Teil der kindlichen Entwicklung. Doch es ist leichter gesagt als getan. Die Generation heutiger Eltern hat in ihrer Mehrheit einen abrupten Entzug der Körpernähe nach der Geburt erlitten – mit verheerenden Folgen besonders für uns Frauen. Unsere Körper sind eingefroren aus Schutz vor unerträglichem Schmerz. Daher können wir nicht gebären, nicht stillen, nicht mit unseren Babys zusammenschlafen oder diese auf dem Arm beruhigen. Man kann nur schwer geben, was man nicht bekommen hat. Wenn ich meine Tochter vom Kindergarten abhole und sie in der Umkleide umarme, dann stehen immer die gleichen zwei Kinder um uns herum und starren uns verdutzt an, als würden sie selbst Umarmungen solcher Art nicht kennen.

Wenn ein anderer Mensch die fehlende Körpernähe bei unseren Kindern zu bedienen versucht, stoßt er auf ein großes unbefriedigtes Bedürfnis. Das Korn fällt auf den fruchtbaren Boden und das Unglück geschieht.

  1. Persönliche Grenzen der Kinder bewahren

Auch in solchen Fällen, in denen Opfer spüren, dass ihnen unrecht geschieht und dass sie es nicht möchten, lassen sie den Missbrauch oft trotzdem über sich ergehen. Sie können keine Grenzen ziehen und nicht nein sagen. Wenn persönliche Grenzen des Kindes zu Hause permanent verletzt werden, etabliert sich ein dauerhaftes Gefühl des Ausgeliefertseins. Wir verletzen die Grenzen des Kindes, indem wir ihm z. B. keine Rückzugsmöglichkeit gewähren, wenn wir seine persönlichen Gegenstände abwertend behandeln, wenn wir zu starre Regeln aufstellen, das Kind permanent dominieren oder seine natürlichen Impulse unterdrücken. Die Missachtung kindlicher Bedürfnisse ist auch die Verletzung seiner Integrität.

Wenn wir die Grenzen des Kindes bewahren, so lernt das Kind, seine Grenzen selbst zu beachten. Es spürt, wenn diese verletzt werden und gibt Kontra. Opfer dagegen sind es gewohnt, dass ihre Grenzen verletzt werden und verlieren diese oft komplett. Sie kennen das Ausgeliefertsein zu gut, lassen den Missbrauch über sich ergehen und leiden stillschweigend.

Persönliche Grenzen ist der Schutzraum und Rückzugsort jedes Menschen. Wir sind uns doch einig, dass ein Nein Nein bedeutet. Das gilt für Erwachsene, warum nicht für Kinder?

  1. Den Kindern Gehör verschaffen

Viele Opfer haben keine Anlaufstelle für ihr Anliegen, denn ihre Eltern nehmen sie nicht ernst oder erklären sie zu Schuldigen.

Den Kindern Gehör zu verschaffen bedeutet, ihre Bedürfnisse zu beachten. Und das fängt schon im Babyalter an. Nach der Geburt erwartet das Baby, dass es so weitergeht wie vor der Geburt. Das bedeutet permanente Berührung, permanente Bewegung, permanente Ernährung, die Nähe, die Wärme, den Schutz, etc.

Später schenken wir Beachtung den Schwierigkeiten, die das Kind am Spielplatz, im Kindergarten oder in der Schule erlebt. Ob es Albträume, Liebeskummer, Hänseln oder Lernschwierigkeiten sind, wir dürfen Anliegen der Kinder nicht herunterspielen, sondern sie ernst nehmen und echte Hilfe leisten. So verinnerlicht das Kind, dass ihm Hilfe jederzeit zusteht, wenn es diese braucht.

  1. Beschämung ist ein no-go

Ich glaube, dass es jedem klar ist, dass der Körper des Kindes niemals eine Zielscheibe für Beschämung sein darf. Selbst ein „harmloses“ Sticheln über etwaige körperlichen Unzulänglichkeiten ist gemein und erzeugt Schamgefühl. Mit Scham geplagtes Kind wird einen Missbrauchsvorfall niemals an die Öffentlichkeit tragen und bleibt Geisel seiner Lage.

  1. Eigenes Körpergefühl unter die Lupe nehmen

Last but not least. Es ist sehr wichtig, dass wir Eltern unsere eigene Lebensgeschichte unter die Lupe zu nehmen und nachfühlen, wie wir uns im eigenen Körper fühlen, was wir als Kinder erlebt haben, welche Verletzungen wir in uns tragen und was wir noch aufarbeiten können. Denn viele Verhaltensmuster kommen nicht aus böser Absicht, sondern sind unwillkürliche Wiederholung eigener Erfahrungen. Wenn wir beschämt wurden, beschämen wir andere; wenn wir Kälte erfahren haben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir selbst kalt sind, ohne es zu merken. Sich mit den Verletzungen der eigenen Kindheit zu verbinden, lässt unseren Körper wieder auftauen und zu spüren, wo die echte Liebe fließt und wo welche nur vorgegaukelt wird.

Abschließend bleibt mir nur zu konstatieren, dass wir zunächst die Augen dafür öffnen müssen, was bei uns zu Hause geschieht, bevor wir nach Schuldigen da draußen suchen. Denn betroffene Kinder sind nicht nur Opfer sexueller Gewalt, sie sind in erster Linie Opfer endloser Einsamkeit.

 

 

Über mich

Inga Erchova ist Dipl.-Psychologin, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Autorin und dreifache Mutter. Erfahre mehr über sie und ihre Arbeitsweise…

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Sind die Eltern im Wochenbett austauschbar?

Sind die Eltern im Wochenbett austauschbar?

Artikel

In meiner Nachbarschaft sehe ich seit einiger Zeit des öfteren einen Mann, der mit dem Kinderwagen durch die Straßen zieht, bei jedem Wetter zur gleichen Uhrzeit. Manchmal schallt aus dem Kinderwagen verzweifeltes Schreien des Babys, worauf der Vater mit noch zügigeren Schritten und ernsterem Gesichtsausdruck reagiert. Manchmal sitzt er draußen im Cafe und gibt dem Baby die Flasche. Er sieht dabei in die Ferne und sein Gesichtsausdruck sagt mir „Was mache ich hier eigentlich?“. Ich spekuliere, dass es ein Vater in der Elternzeit ist, sehr früh nach der Geburt seines Babys.

Ich höre die protestierenden Stimmen der Leser, die behaupten, dass der Vater für das Baby doch mindestens genau so gut sei wie die Mutter und dass es doch keinen Unterschied mache, solange sich jemand um das Baby kümmert. In einer modernen Familie sind die Aufgaben sowieso gleich verteilt. Es wäre sexistisch oder altmodisch zu behaupten, dass der Vater nicht gut genug für den Säugling wäre. Was ist daran wahr und was sind die Vorurteile unserer Zeit? Sind die Mutter und der Vater tatsächlich austauschbar? Merkt das Baby überhaupt, ob er bei der Mutter oder bei dem Vater ist und macht es für ihn überhaupt einen Unterschied.

Die Gleichberechtigung ist heute ein wichtiges Thema in der Berufswelt, Politik oder Gesellschaft. Wir fordern mehr Frauen in den Vorständen, den gleichen Lohn für die gleiche Arbeit, die gleichen Aufstiegschancen oder Bildungsmöglichkeiten für die beiden Geschlechter. Sollten wir nicht in den eigenen vier Wänden genau so gleich und gleichberechtigt sein wie da draußen? Und das ist genau der kritischer Punkt: Wir verwechseln die Gleichberechtigung mit dem Gleich-sein. Ja, der Mann und die Frau haben gleiche Rechte, sie sind aber nicht gleich, d.h. nicht identisch im Körper, in der Seele und nicht in ihrer Beziehung zum Nachwuchs. Irgendwie haben wir Angst, einen Unterschied zu sehen, weil “unterschiedlich sein” setzen wir gleich mit “unterschiedlich gut sein”. Es ist jedoch nichts als ein Denkfehler. Für das Baby sind die Mutter und der Vater nicht identisch in ihren Aufgaben und in ihrer Beziehung zum Neugeborenen.

In den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt haben die Mutter und ihr Baby eine fast schon telepathische Verbindung. Diese Verbindung ist für das bloße Auge unsichtbar, doch jede Mutter, die sich auf die veränderte Wellenfrequenz des Wochenbetts einlässt, spürt sie. Die Geburt trennt zwar die Körper der Mutter und ihres Babys, doch die seelische Abnabelung verläuft bei weitem nicht so schnell. Sie ist lang und graduell und kann sich bis zum Ende des zweiten Lebensjahres des Babys erstrecken. Bis dahin bleiben die beiden seelisch gesehen noch ein Ganzes, als würde eine Seele in zwei Körpern leben. Die Mütter fühlen sich ohne ihre Babys nicht komplett. Das gleiche erlebt das Baby, nur noch viel extremer – ohne seiner Mutter kann das Neugeborene nicht existieren, nicht leben und nicht sein. Nur an der Seite seiner Mutter fühlt es sich sicher und vollständig. Ein Neugeborenes ist nicht einfach nur ein Objekt, das man versorgen muss wie eine Topfpflanze. Ein Neugeborenes lebt in der Seele seiner Mutter und ohne sie fühlt es sich verlassen, auch in den Armen seines Vaters. Die Aufgabe des Vaters besteht daher nicht darin, die Mutter zu ersetze, sonder die Mutter nach Kräften zu unterstützen, damit sie genug Kraft hat, führ ihr Kind zu sorgen.

Diese Aufgabe des Vaters ist nicht weniger wichtig, ganz im Gegenteil. Ohne seine Unterstützung verzweifelt die Mutter manchmal ohne richtigen Grund, was oft Verwunderung der Angehörigen verursacht. Was soll daran schon schwierig sein, für ein Neugeborenes zu sorgen? Leider sind wir gewohnt, nur mit den Augen zu sehen und registrieren und das, was die Mutter tatsächlich tut. Was wir jedoch nicht sehen ist die enorme Verantwortung auf ihren Schultern, ununterbrochen für das Leben ihres Babys verantwortlich zu sein, denn ohne sie ist es nicht überlebensfähig. Alle ihre seelischen Ressourcen sind auf das Neugeborene gerichtet – sie fühlt mit, versucht zu entziffern, was es gerade braucht, sie wiegt, nährt, trägt und weint mit, wenn das Baby nicht zu beruhigen ist.

Moment mal, fragt vermutlich der Leser, tut der Vater nicht das Gleiche, wenn er die Elternzeit nimmt? Er tut vielleicht das Gleiche, aber er fühlt nicht das Gleiche. Er bleibt emotional reserviert, denn er teilt seine Seele nicht mit ihrem Kind, wie es die Mutter tut. Er bleibt die gleiche Person wie vorher, während sie nie wieder die Gleiche sein wird und darauf muss sie erstmal klar kommen. Nicht nur der Körper des Vaters ist im Gegensatz zur Mutter unversehrt geblieben, auch seine Seele erleidet keinen Bruch. Und das ist gut so, denn so behält er die emotionale Stabilität und die Verwurzelung in der konkreten Welt, während die Mutter in die subtile und für sie völlig neue Welt des Wochenbetts mit ihrem Baby zusammen abtauchen kann. Mit seiner Unterstützung kann sie es sich erst leisten, sich auf die Wellenfrequenz ihres Babys einzulassen und ein wenig so sein wie es – empfindlich, emotional, irrational und unausgesprochen. So versteht sie seine Sprache und schwingt mit ihm mit. Die unten stehende Zeichnung verdeutlicht die wichtigste Aufgabe des Vaters in der neu entstandenen Familie als emotionale Sicherheitsschnur für die junge Mutter. Platztausch wäre hier unvorstellbar, oder?

Illustration Quelle: Puerperios. L. Gutman[/caption]

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Sind die Mütter immer schuld? Vom Schuldgefühl zum Verantwortungsbewusstsein.

Sind die Mütter immer schuld? Vom Schuldgefühl zum Verantwortungsbewusstsein.

Artikel

Im Laufe der psychotherapeutischen Arbeit entsteht oft eine neue Sicht auf die eigene Vergangenheit, die unsere Vorstellung davon verändert, wer wir sind und woher wir kommen. Auch die Menschen in unserem Leben geraten ins neue Licht, vor allem die Mutter – die so wichtige Person im Leben, deren Einfluss man kaum überschätzen kann. Vielleicht hatten wir bisher ein Bild von der Mutter, das uns gefallen hat – eine liebe Person, ein wenig streng aber nicht unmenschlich, eine gute Freundin, ein Mensch mit Macken und Kanten, nicht perfekt aber nah, verwandt und warm. So ein Bild nährt uns von innen.

Eine gute Beziehung zur Mutter ist ungeheuer wichtig für die psychische Stabilität und das sichere Navigieren durch die Stürme des Lebens. Die Verbundenheit mit ihr ist die zentrale emotionale Stütze, vor allem wenn wir selbst Mütter werden und ihre Energie und Unterstützung brauchen, um sie weiter an unsere Kinder zu geben. Es ist ihre sanfte Berührung, die uns beruhigt, eine feste Umarmung, die neue Energie schenkt, ein Witz, der uns wieder aufheitert oder der Augenkontakt, der uns versichert, dass jemand kleinmaschig für uns sorgt. Meine Mutter hat mir immer gesagt, dass sie mich nicht nur sieht, sondern spürt. So eine Verbindung ist telepathisch. Von ihrem Blick, der durch die Augen bis ans Herz geht, kann man nichts verbergen.

Und was ist wenn die gute Beziehung zur Mutter nicht möglich ist? Vielleicht war der Raum zwischen uns schon immer einer Wüste ähnlich, in der nichts wächst, nur sandiger Wind wütet und kein Tröpfchen Wasser zu finden ist. Statt Aufmunterung kommen nur Vorwürfe, statt Verständnis – besserwisserische Ratschläge, statt Mitgefühl – Desinteresse und statt Nähe – endlose Distanz. Wenn wir ohne mütterlicher Wärme aufwachsen mussten, haben wird ein lebenslanges Handicap, das uns viel Kraft abverlangt, um halbwegs ähnliche Chancen im Leben zu haben wie die Menschen mit einem besseren Start.

Oft ist aber die gute Beziehung zu Mutter nur eine Illusion – die fata morgana, ein Wunschbild, eine Idealvorstellung, die mehr in unserer Fantasie als in der Realität existiert. An diesem Bild wird krampfhaft geklammert, auch wenn alle Lebensumstände dagegen sprechen. Eine junge Mutter berichtet zum Beispiel, dass sie im Wochenbett nur bei ihrer Mutter sein kann, wenn sie eine lange Reise mit ihrem Säugling in ihre entfernte Heimatstadt auf sich nimmt. Für die fitte Großmutter selbst ist es „zu umständlich“, so weit zu reisen. Die junge Mutter erleidet einen Tag vor der Abreise Zusammenbruch aus Angst, die Großmutter mit ihrem Besuch und dem neugeborenen Kind zu sehr zu belasten. Auch dann glaubt sie weiterhin an die selbstlose Hilfsbereitschaft ihrer Mutter. Es ist verständlich, so sehr brauchen wir die gute Mutter an unserer Seite, auch wenn dies nur in der Fantasie möglich ist.

Wenn wir im Laufe der therapeutischen Arbeit neue Aspekte der Beziehung zur Mutter realisieren, entsteht ein Konflikt – wir lieben unsere Mutter, wir brauchen die liebevolle Beziehung zu ihr, doch andere neue Gefühle kommen jetzt hinzu. Es ist die Wut, die Traurigkeit oder das Unverständnis bezüglich ihres Verhaltens. Viele Frauen wollen die negativen Gefühle ihrer Mütter gegenüber nicht empfinden und währen sich dagegen. Sie möchten die noch so anfällige aber halbwegs positive Beziehung nicht zerstören. Um potentielle Konflikte machen sie einen großen Bogen, um nicht noch die letzten Krümel der mütterlichen Liebe aufs Spiel zu setzen. Frauen ringen mit sich: Wie sage ich das, was ich während der Therapie herausgefunden habe, meiner Mutter? Kann ich mit ihr darüber reden? Riskiere ich dadurch einen Streit? Wird sich unser Verhältnis von nun an schlechter?

Für die meisten von uns ist ein klärendes Gespräch mit der Mutter leider nicht möglich, heute genau so wie früher. Damals fanden wir auch kein offenes Ohr für unsere Probleme und Anliegen. Wir mussten unsere Sorgen sogar vor der Mutter verstecken, um sie nicht zu verärgern, sie nicht zu enttäuschen oder um nicht womöglich noch einen oben drauf zu bekommen für die abverlangte Mühe, sich um ein Problemkind kümmern zu müssen. Wir haben früh gelernt, alleine zurechtzukommen. Mehr noch, wir mussten sogar für unsere Eltern sorgen, weil sie „den Spieß umgedreht“ haben.

Die Generation unserer Eltern ist vom Krieg gezeichnet, auch wenn sie diesen nicht direkt miterlebt haben. Ihre Kindheit fiel auf die Zeit des Wiederaufbaus, wenn der Fokus nicht gerade auf dem Verarbeiten des erlebten lag. Nein, leiden wollte man nicht mehr. Man stürzte auf das Leben, froh darüber, überhaupt am Leben zu sein. Mehr war einfach nicht drin. Ihre Eltern waren eisern und gefühlslos, anders wäre es für sie wohl nicht möglich gewesen, die Grausamkeiten des Krieges zu ertragen. Sie verlangten von ihren Kindern vor allem eins – das Funktionieren. Das Kindische wurde ihnen verwehrt: statt spielen mussten sie mitanpacken und das Baden in mütterlicher Liebe stand nicht auf dem Tagesplan. Zu klagen und zu fordern hatte einfach keinen Zweck. Sie durften nie Kinder sein und sind deswegen für immer Kinder geblieben. Darum sind unsere Eltern infantil, unreif und egozentrisch. Erinnern wir uns, als wir noch klein waren, wurden sie aus nichtigem Grund beleidigt, sie schwiegen uns tagelang an und erzwangen damit, dass wir uns schuldig bekennen, reumütig zu ihnen gehen und sie um Entschuldigung bitten. Es ist eine kindische Art, die Aufmerksamkeit der Mutter zu erlangen. Aus ihrem Munde wiederum haben wir das Wort “Entschuldigung” noch nie gehört. Diese Generation entschuldigt sich nicht. Sie ist uneinsichtig und trotzig.

Angesichts der unreifen Eltern mussten wir früh „erwachsen“ werden und uns um sie kümmern. Es entstand die verkehrte Welt, in der die Rollen vertauschen wurden. So haben wir versucht, ihnen ihre Eltern zu ersetzen, was natürlich unmöglich ist. Daher ist das Reifen für uns ebenfalls ein Problem. Die Kindheit kann man nicht überspringen. In der Entwicklung folgt ein Schritt nach dem anderen. Abkürzungen gibt es nicht, nur das Steckenbleiben in der nicht durchlebten Phase. Nun altern wir schon, ohne jeweils die Reife erreicht zu haben.

Unsere Eltern konnten nicht für uns sorgen, da sie selbst verletzt worden sind. Das instinktive Sich-Kümmern und das Lieben als natürliche Art der Bindung zum Nachwuchs ist in ihnen gebrochen, wie in Tieren die in Gefangenschaft leben. Können sie für unsere Verletzungen folglich nichts dafür? Ist es deswegen sinnlos, sie dafür zu beschuldigen wie einen Gehörlosen für das schlechte Singen zu tadeln oder einen Übergewichtigen für seine miesen Sportleistungen? Kann man ihr Versagen verstehen? Sehr wohl. Kann man es ihnen verzeihen? Jeder kann diese Fragen für sich beantworten.

Auch wenn wir unseren Eltern gerne einen Vorwurf machen wollen, die Wahrheit ist, Schuldzuweisungen machen alles nur noch schlimmer. Der Druck erzeugt immer den Gegendruck. Jeder Angeschuldigte wird sich rechtfertigen und sich mit Händen und Füßen verteidigen wollen. Die Reaktion auf Vorwürfe ist immer die Defensive, mehr Verneinung, Flucht, Barrikaden und Krieg. Es entstehen zwei Fronten auf beiden Seiten der Barrikaden – hier sind die Guten und da sind die Bösen. Nichts führt weiter weg von einer Versöhnung und Frieden.

Wenn Vorwürfe zu nichts führen, warum empfinden wir dann diese seltsame Lust am Beschuldigen? Es geht sogar soweit, dass wir statt nach Problemlösung lieber nach Schuldigen suchen, in allen Bereichen des Lebens. Ich glaube dahinter steht der alte Wunsch, gehört und beachtet zu werden sowie der unbewusste Drang, einen Platz zu finden, in dem die aufgestaute Wut abgeladen werden kann. Genau darum geht es, die Wut zu spüren und sie zu zeigen. Es fällt leichter, wenn man dafür einen Empfänger hat.

Die Frage nach der Schuld zieht mit sich die Frage nach der Strafe. Sie Strafe hat aber mit der Einsicht wenig zu tun. Die Strafe wird von außen verhängt und bewirkt wenig Bewegung im Inneren der Seele. Viel mehr lähmt sie diese mit Resignation, Stigmatisierung oder der Flucht ins Verleugnen.

Wenn es so was wie ein konstruktives Schuldgefühl gibt, dann kommt es von innen und kann nur zu einer Veränderung führen, wenn der Mensch über genügend Kraft verfügt, sich vom Schuldgefühl nicht paralysieren zu lassen, sondern es als Leidensdruck, als Anstoß und motivierende Kraft zur Veränderung nutzt. Ein Schuldgefühl kann nur nützlich sein, wenn es in Verantwortung übergeht.

Lassen uns anstelle von Schuld lieber von Verantwortung sprechen. Es ist ein Gefühlt, das uns Bewegungsraum gibt. Ja, wir Mütter sind verantwortlich für das Wohlsein unserer Kinder und können viel für sie tun, auch wenn uns wenig finanzielle oder seelische Mittel zur Verfügung stehen, wenn wir selbst aus belasteten familiären Verhältnissen kommen und wenn wir heute durch schwierige Lebensphasen gehen. Das größte Geschenk für unsere Kinder sind Eltern, die sich hinterfragen, die sich selbst zu verstehen lernen und ihren Schatten nicht stellvertretend an ihren Kindern bearbeiten. Dafür tragen wir Verantwortung, ganz egal wie unsere Kindheit verlaufen ist. Und wir tragen Verantwortung für unser eigenes Leben, denn heute haben wir Ressourcen und den Willen eines erwachsenen Menschen, um einen neuen Umgang mit der Vergangenheit zu suchen.

Wir sind aus den Eltern gemacht. Sie waren früher unser Universum, unsere Umgebung, der Anschluss an die Welt und an das Leben. Auf sie einzuhämmern bedeutet, gegen etwas in uns selbst zu kämpfen und Teile von uns abzuerkennen. Die Verbindung zu ihnen ist wie eine psychologische Nabelschnur an das Leben, ohne die wir nicht sein können, oder nur mit einer großen Wunde im Herzen.

Die Erkenntnis, dass bei der eigenen Mutter nichts zu holen ist, mag bitter sein, denn sie lässt uns endgültig alleine, aber sie bringt Gewissheit anstelle von leeren Hoffnungen, die unsere Energie und die wertvolle Zeit verkonsumieren. Es ist nicht zu ändern, dass unsere Eltern uneinsichtig sind, aber wir können es sein, weil wir die Arbeit des Reifens auf uns nehmen und die Verantwortung für unser Leben und das Leben unserer Kinder übernehmen. Und einsichtige Eltern tun etwas Wichtiges – sie entschuldigen sich bei ihren Kindern. Ich glaube jeder von uns findet leicht einen Grund, sich bei seinen Kindern zu entschuldigen, und das können wir gleich heute tun.

Inga Erchova

Aus meinem Buch zum Thema Mutterschaft, das im Sommer 2017 auf den Markt kommt.

familienschatten

Über mich

Inga Erchova ist Dipl.-Psychologin, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Autorin und dreifache Mutter. Erfahre mehr über sie und ihre Arbeitsweise…

Mein Buch

Jede Mutter kann glücklich sein

Psychotherapie am Telefon oder über Skype

Nicht immer müssen wir mit dem Therapeuten im gleichen Raum sein. Das Telefon bietet den Vorteil, dass man in vertrauter Umgebung eigener vier Wände bleibt und sich dadurch besser öffnen kann. Bei einer Sitzung über Skype vergisst man oft die räumliche Distanz und einige Zeitzonen Zeitunterschied.

© 2018 Inga Erchova  Kontakt · Impressum · Datenschutz

Psychopharmaka heilt keine Wochenbettdepression.

Psychopharmaka heilt keine Wochenbettdepression.

Artikel

Immer häufiger werden Wöchnerinnen mit Stimmungstief Psychopharmaka verschrieben. Junge Mütter berichten, dass sie auf ihrer Suche nach Hilfe im Wochenbett in Kliniken leichtfertig Medikamente verschrieben bekommen, ohne dass ihnen nur eine einzige Fragen zur Vorgeschichte gestellt wird. Es verdutzt sogar die betroffenen Frauen, weil sie spüren, dass es nicht die Lösung sein kann.

Manchmal wird die Behandlung mit Psychopharmaka von eignen Angehörigen nahegelegt. Wenn die Mutter nach der Geburt nicht wieder rasch zu funktionieren beginnt, wenn ihre Laune schwankt und sie kein Mutterglück ausstrahlt, dann schürt es Verunsicherung der Familienmitglieder. Sie erwarten außerdem, dass sie die gleiche Person bleibt, die sie vor der Geburt war. Ihre Veränderung beunruhigt, da sie die gewohnten Beziehungsmuster in der Familie in Frage stellt. Eine Mutter, die ihrem seelischen Schatten begegnet, zwingt alle in ihrer Umgebung dazu, sich ihrem eigenen Schatten ebenfalls zu stellen. Es kann eine Zerreisprobe für die Familie werden, denn nicht alle sind dazu bereit.

So kann sich zuhause ein nervenzerrender Kampf entfachen – zwischen dem Alten und den Neuen, zwischen der Veränderung und der Verharrung, zwischen der Aufklärung und der Verleugnung. Im schlimmsten Fall, wenn der Wiederstand der Angehörigen zu groß ist, wird die junge Mutter für krank erklärt, und mit der besagten Wochenbettdepression stigmatisiert. Eine schnelle „Lösung“ des Problems liegt auf der Hand – Psychopharmaka. Das Rezept fliegt leichtfertig über den Tisch des Psychiaters, die Wöchnerin wird ruhiggestellt und alle atmen auf.

Natürlich werden keine Frauen zwangsbehandelt. Es ist auch die eigene Verunsicherung, die uns dazu bewegt, die Familienmitglieder nicht verärgern zu wollen und doch lieber alles beim Alten zu lassen. Hier hat die fehlende Unterstützung der Angehörigen verheerende Wirkung. Aus Angst vor Abwendung und Isolation stimmen wir der Behandlung zu.

Welche Wirkung hat aber die Behandlung mit Psychopharmaka auf die Mutter im Wochenbett? Die Psychopharmaka schalten die unbewussten Regungen der Seele aus. Sie klemmen den Draht zur subtilen Parallelwelt der unbewussten Emotionen ab und machten sie nicht existent. Die Begegnung mit dem seelischen Schatten findet nicht statt. Medikamente situieren die Mutter wieder in der konkreten Welt und lassen sie erscheinen wie vorher – geordnet, kontrolliert und fröhlich, zur Beruhigung aller Angehörigen. Sie kann wieder funktionieren. Die Tränen hören auf zu fließen, der Alltag kehrt zur „Normalität“ zurück. Nur, mit dem Schmerzen verschwindet auch die Erleuchtung. Mit den Tränen vergeht auch ihre heilende Wirkung. Es findet keine Aufarbeitung statt, keine Veränderung und kein persönliches Wachstum. Alles bleibt bei alten eingefahrenen Mustern.

Die Kosten des vermeintlichen Friedens sind sehr hoch: Wir entfernen uns vom eigenen Kind – dem Wesen, das uns, wie wir immer behauptet haben, am wichtigsten ist. Die Lust, in seiner Wellenfrequenz mitzuschwingen verschwindet. Wir sind zwar in der Lage, das Kind maschinell zu versorgen, aber wir verlieren die Fähigkeit, sich mit unserem Baby emotional zu verbinden, mit ihm seelisch zu fusionieren und es intuitiv zu spüren. Das Stillen bricht ab und mit ihm gehen die körperliche Nähe verloren, das Zusammensein jenseits von Raum und Zeit, die Innigkeit, die Sanftmut und die süße Verschmelzung.

Psychopharmaka erschwert die psychotherapeutische Aufarbeitung oder macht sie komplett unmöglich. Es werden in stationären Kliniken zwar Versuche praktiziert, mit medikamentös behandelten Frauen psychotherapeutisch zu arbeiten, aber es können nur Bemühungen sein, die auf der Ebene des Funktionierens im Alltag bleiben. Der Zugang zum seelischen Schatten mit seinen Verletzungen des inneren Kindes bleibt verwehrt. Damit können die schmerzvollen Erfahrungen nicht aufgearbeitet und nicht angenommen werden. Wir mögen zwar mit Hilfe von Psychopharmaka über die dunkelsten Tagen des Wochenbetts hinüberschaffen, unser seelische Konflikte werden aber geduldig auf die nächste Krise warten und sich dann bei der nächsten Gelegenheit wieder zeigen. Es ist daher nur eine Aufschiebung des Problems und nicht seine wirkliche Lösung.

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Psychotherapie am Telefon oder über Skype

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Geburt in einer maskulinen Welt.

Geburt in einer maskulinen Welt.

Artikel

Wir leben in einer maskulinen Welt. Maskulin bedeutet nicht nur, dass Männer die Politik, die Wirtschaft oder die Kultur dominieren. Es geht viel mehr um die Art und Weise zu denken und zu fühlen, um Ideen, die wir für glaubwürdig oder seriös halten, um die Werte und Ansichten. Auch wir Frauen sind mit männlicher Energie durchdrungen und haben die männlichen Denkmuster angenommen, ohne es zu merken. Männlich heißt aktiv, konkret, rational, individuell, hell, materiell. Weiblich dagegen – passiv, subtil, emotional, gemeinschaftlich, dunkel, spirituell.

Wenn wir die Welt betrachten, dann merken wir, dass die ganze Welt aus Polaritäten besteht: der Tag und die Nacht, warm und kalt, aktiv oder passiv, männlich oder weiblich. Auch unsere seelische Realität ist polarisiert – wir haben eine rechte und eine linke Gehirnhälfte, bewusste und unbewusste Emotionen, Verstand und Intuition, etc. Leider schenken wir in Zeiten des Patriarchats dem maskulinen (rationalen, geradlinigen, logischen) Denken viel mehr Gewicht und Bedeutung als dem Femininen (intuitiven, subtilen, unbewussten und irrationalen). Das letztere tun wir geringschätzend als esoterisch ab.

Unsere westliche Kultur ist eine Eroberungskultur – ohne Wachstum kann die Marktwirtschaft nicht funktionieren. (Zum Glück werden die Anfänge der s. g. “sharing economy” sichtbar, die mehr der weiblichen Energie entsprechen.) Fortschritt, Wissenschaft, Entwicklung sind die Treiber der Kultur, angeheizt durch Adrenalin und Testosteron. Wir suchen nach Konkretem, Greifbarem, Messbarem und Sichtbarem. Selbst wenn wir über Psychologie oder Emotionen sprechen ist das Gehirn das Maß der Dinge. „Die Gestörten reagieren im Gehirn anders als die Gesunden“ – mit so einer Aussage fühlen wir  uns wohl, ohne dass sie irgendeinen Sinn ergibt oder hilft, den Gegenstand besser zu verstehen.

Das hat natürlich Auswirkungen darauf, wie wir Kinder zur Welt bringen – zu mehr als 90 Prozent im Krankenhaus. Die Geburt wird in erster Linie als eine Gefahrsituation gesehen, die eine ärztliche Intervention benötigt. Aus männlicher Sicht wirkt die Wucht der Geburt auch überwältigend und daher beängstigend, aber nur wenn man mit Kräften jenseits des Sichtbaren große Berührungsängste hat. Wir werden im Krankenhaus der weiblichen Energie mit allen Mitteln und Werkzeugen der (männlichen) Schulmedizin beschnitten: Wir werden anästhesiert, an Geräte angeschlossen, überwacht, in eine demütigende passive Position gebracht und unter Zeitdruck gesetzt. Oft werden wir bevormundet oder eingeschüchtert. Doch wir Frauen schenken den Ärzten freiwillig das Vertrauen, dass sie das Beste für uns und unser Baby tun, mehr als wir an uns selbst glauben – an unsere angeborene weibliche Kraft, ein Kind zur Welt zu bringen.

Dabei sind wir während der Geburt mehr denn je ein Teil des großen Universums. Das Baby bewegt sich in einer spiralförmigen Bewegung durch den Geburtskanal ähnlich der spiralförmigen Bewegung einer Sternengalaxie. Der Übergang durch den engen Tunnel von der paradiesischen, feuchten und warmen Welt der Einheit mit der Mutter in die kalte und trockene Welt der Polaritäten ist vielleicht vergleichbar mit dem Einsaugen eines überhitzten und aufgeblähten Sternes durch das schwarze Loch, wenn die Strahlen dieser Umwandlung als Begleiterscheinung so hell werden, dass wir dieses Ereignis nur dadurch wahrnehmen können. Vielleicht lernen wir mit der Zeit, das Strahlen einer gebärenden Frau und ihres Babys wahrzunehmen und es mit Behutsamkeit zu bewahren.

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Nicht immer müssen wir mit dem Therapeuten im gleichen Raum sein. Das Telefon bietet den Vorteil, dass man in vertrauter Umgebung eigener vier Wände bleibt und sich dadurch besser öffnen kann. Bei einer Sitzung über Skype vergisst man oft die räumliche Distanz und einige Zeitzonen Zeitunterschied.

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